Bänderriss beim Hund

Ein Bänderriss ist eine der häufigsten Verletzungen beim Hund, besonders was die Sparten des Hundesports angeht. Aber auch wenn man nur „normal“ mit seinem Vierbeiner unterwegs ist und mit ihm spielt, kann eine solche Verletzung auftreten. Die zahlreichen Bänder im Hundekörper geben den Gelenken Halt und Stabilität. Sie können jedoch durch ein Trauma oder schwere Belastung beschädigt werden. Die häufigste Form eines Bänderrisses beim Hund ist der Kreuzbandriss.

Drei Schweregrade einer Bandverletzung

Bei Bänderrissen unterscheidet man drei verschiedene Schweregrade. Die Therapie und Heilungsdauer sind natürlich immer auch von diesem Grad abhängig.

  1. Bandverletzung Grad eins: Bänderdehnung (einzelne oder mehrere Fasern des Bandes sind überdehnt, aber nicht gerissen)
  2. Bandverletzung Grad zwei: Bänderanriss (einzelne Teile der Fasern sind gerissen, aber nicht das vollständige Band)
  3. Bandverletzung Grad drei: Bänderriss, auch Bandruptur genannt (alle Bandfasern sind vollständig gerissen)

Bei einer schweren Ruptur kann es sogar passieren, das ein kleines Fragment des Knochens mit abreißt. Manchmal wird auch die Gelenkkapsel beschädigt.

Ursachen

Ein starkes Trauma, also eine schwere Überlastung des Bandes, kann für einen Bänderriss verantwortlich sein. Dazu zählen beispielsweise Stürze, Unfälle oder die Verdrehung eines Gelenks. Das passiert vor allem bei den Arten des Hundesports, die enge Wendungen, Drehungen und rasante Stopps beinhalten wie etwa Agility.

Zusätzlich kann auch Verschleiß zu einer Dehnung, einem Anriss oder einer Ruptur führen. Das passiert natürlicherweise ab und zu bei alten Hunden. Leider aber auch bei jüngeren, die falsch und/oder zu schnell trainiert werden bzw. Leistung erbringen müssen. Deswegen ist es so wichtig, den Hund nicht zu überfordern – besonders, wenn er noch im Wachstum ist.

Welche Symptome treten auf?

Ganz charakteristisch zeigt der Hund einen plötzlich auftretenden und heftigen Schmerz, üblicherweise direkt in der Bewegung, in der die Verletzung passiert. Das Gelenk ist sehr instabil und lässt sich leicht „verschieben“ (sofern der Hund das durch die Schmerzen überhaupt zulässt).

Bei vielen Hunden kommen noch andere Symptome hinzu wie etwa ein starker Druck- und Belastungsschmerz, eine Schwellung am betroffenen Gelenk, Entzündungen, Rötungen und teilweise auch Blutergüsse (Hämatome).

Was kann ich tun?

Sie müssen Ihren Hund bei den genannten Symptomen sofort aus dem Training oder dem Wettkampf nehmen, falls die Verletzung im Hundesport auftritt. Je nachdem, wie stark der Schmerz ist, kann der Hund kaum noch laufen. Stehen Sie gerade mitten im Feld, ist das natürlich schlecht. Einen 40 kg schweren Labrador trägt man auch nicht „mal eben so“ auf den Armen nach Hause. Gut wäre es daher, wenn jemand Sie und Ihren Vierbeiner mit dem Auto abholen könnte. Auch wenn Sie noch ein paar Hundert Meter zur nächsten Straße gehen müssen, ist das dann immer noch besser, als den gesamten Weg zu Fuß zurückzulegen.

Ihr Hund sollte dann erstmal pausieren, sich also nicht bewegen. Als weitere Maßnahmen können Sie die betroffene Stelle kühlen, einen Kompressionsverband anlegen und/oder das Gelenk hochlagern (wenn der Bänderriss beispielsweise am Bein aufgetreten ist).

Natürlich sollten Sie aber auch einen Tierarzt anrufen.

Diagnose und Behandlung beim Tierarzt

Der Tierarzt tastet die verletzte Stelle ab und fertigt meist eine Röntgenaufnahme an. Darauf kann man zwar keine Bänder erkennen. Aber nur so kann man ausschließen, dass es sich um eine Verletzung am Knochen handelt, etwa einen leichten Haarriss oder eine Fraktur. Dies müsste natürlich ganz anders behandelt werden als ein Bänderriss. Danach führt der Tierarzt meist noch einen Ultraschall oder sogar eine Untersuchung per MRT oder CT durch. So kann er den Ort und die Art der Bänderverletzung genauer bestimmen.

Eine Behandlung erfolgt meist konservativ, also ohne Operation. Der Hund bekommt Medikamente und muss sich schonen, damit das Band langsam von alleine heilen kann. Dies dauert meist sehr lange, da Bänder (genau wie Sehnen) nicht sehr stark durchblutet sind und damit die Heilung verzögert ist. Denn das Blut ist maßgeblich dafür verantwortlich, die „Reparaturstoffe“ zur verletzten Stelle zu transportieren. Deswegen heilen Muskeln viel schneller als Sehnen und Bänder, weil sie auch viel stärker durchblutet werden. Nur bei Hunden im Sport führt man häufiger eine OP durch oder bei den Vierbeinern, bei denen auch Knochenstrukturen verletzt sind.

Eine Ausnahme ist der Kreuzbandriss (beim vorderen Kreuzband – im Kniegelenk des Hundes gibt es zwei Kreuzbänder; das vordere und das hintere). Hier muss eigentlich immer einer Operation erfolgen, damit das Tier wieder schmerzfrei laufen kannn.

Eine solche Operation ist in der Regel in einer guten Hunde-OP Versicherung enthalten, sodass Sie viel Geld sparen können. Denn eine Kreuzband-OP kann bis zu 3.000 Euro kosten!

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