Labrador Welpen kaufen

Wenn Sie einen Labrador Welpen kaufen möchten, sollten Sie unbedingt einiges beachten. Bereits vor der Anschaffung eines Welpen sollten grundlegende Dinge reiflich überlegt und geklärt sein. Aber auch für den Kauf selbst geben wir Ihnen wichtige Tipps an die Hand, worauf Sie achten sollten.

Labrador Welpen kaufen – Ein Bund fürs Leben!

Sie haben sich für die Rasse Labrador entschieden – nun geht es in die nächste Phase, nämlich den Kauf eines Labrador Welpen. Dabei sollte man aber nicht blindlings irgendwo einen kleinen Labbi kaufen. Denn viele Züchter arbeiten nicht im Sinne des Tieres. Solche Züchter nennt man in Tierschutzkreisen auch oft „Vermehrer“, da sie sich nicht um das Wohl der Tiere kümmern, sondern möglichste viele Hunde „vermehren“ und gewinnbringend verkaufen. Diese Tiere sind meist unzureichend geimpft und nicht tierärztlich untersucht; selten haben die Elterntiere Papiere. Dadurch können alle möglichen Krankheiten an die Welpen vererbt worden sein und durch die fehlenden Impfungen erkranken die Kleinen oft zusätzlich schwer.

Wie Sie einen guten und seriösen Züchter, dem das Wohl seiner Vierbeiner am Herzen liegt, von solchen Vermehrern unterscheiden, erfahren Sie hier!

Augen auf beim Welpenkauf: Worauf Sie unbedingt achten sollten

Manchmal hat man das Glück, dass Freunde, Nachbarn oder Bekannte bereits einen tollen Labbi von einem guten Züchter haben und man somit direkt eine seriöse Adresse an die Hand bekommt. Ist das nicht der Fall, startet die Suche nach einem Züchter meist im Internet. Wichtig sind dabei zwei Sachen:

Zum einen sollte der Züchter dem VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) angehören. Denn die Kontrollen der Zuchtvereine der jeweiligen Rasse verhindern eine „Massenproduktion“ auf Kosten der Hunde. Zudem müssen die Elterntiere frei von bestimmten Erkrankungen sein, um eine Zulassung zur Zucht zu erhalten. Das verringert beispielsweise das Risiko, dass Ihr Labrador Welpe HD bekommt, erheblich!

Zum anderen sollte der Züchter nicht zu weit weg von Ihnen wohnen. So können Sie ihn erstmal besuchen und sich die Haltung der Hunde in Ruhe ansehen.

Unser Tipp: Auf der Homepage des VDH gibt es eine Züchtersuchfunktion. Damit können Sie gezielt nach Labrador-Züchtern in Ihrer Nähe suchen! Einfach die Rasse, Ihre Postleitzahl und den gewünschten maximalen Umkreis angeben – schon sehen Sie, wo Sie vernünftig gezüchtete Labrador Welpen finden können.

 Finger weg von Kleinanzeigenportalen!

Nur sehr selten bieten wirklich gute Züchter ihre Labrador Welpen auf den zahlreichen Kleinanzeigenportalen des Internets an. Das haben sie gar nicht nötig, denn durch ihren guten Ruf sind ihre Welpen „heiß begehrt“ und meistens stehen schon viele Käufer auf der Warteliste, bevor der Wurf überhaupt zur Welt gekommen ist. Daher finden sich auf diesen Portalen meist nur Welpen von Hobbyzüchtern – und eben auch unseriösen Vermehrern. Die Welpen sind dann zwar oft billiger als beim Züchter. Wir raten aber dringend davon ab, hier Geld sparen zu wollen – denn wie oben bereits erklärt, sind diese Hundebabys meist krank und kosten Sie am Ende so hohe Tierarztkosten, dass sich der billige Kaufpreis nicht rentiert.

Zudem unterstützen Sie damit Menschen, die den Profit über das Wohl der Tiere stellen – und das möchte man als Hundefreund doch eigentlich nicht, oder?

Hobbyzüchter hingegen meinen es meist gut mit den Hunden und lassen sie in der Regel auch impfen etc. Sie haben aber keine Zulassung und bieten ihre Welpen daher oft auch im Internet an. Es ist anhand der Anzeigen oft unmöglich, einen netten Hobbyzüchter vom unseriösen Vermehrer zu unterscheiden. Denn natürlich präsentieren sich auch die Vermehrer mit schönen Fotos und gut geschriebenen Texten – wovon aber die Hälfte oftmals gar nicht stimmt. Das kann man selbst als Interessent jedoch nicht überprüfen.

Daher sollte man lieber komplett die Finger vom Hundekauf im Internet lassen und sich einen seriösen Züchter suchen. Davon profitieren am Ende Mensch und Tier gleichermaßen und Sie können sich sicher sein, ein gesundes kleines Fellknäuel zu bekommen.

Der Preis ist heiß?!

Bei seriösen Züchtern kostet ein Labrador Welpe zwischen mind. 800 und 1.600 Euro. Das klingt nach viel Geld, sodass man vielleicht verleitet ist, nach günstigeren „Angeboten“ zu schauen. Wir können Ihnen aber nur dringend davon abraten! Ein gesunder Welpe hat eben seinen Preis. Denn der Züchter investiert in die Untersuchungen der trächtigen Hundemutter, hochwertiges Futter für Hündin und Wurf, tierärztliche Kontrollen der Welpen, Impfungen und vieles mehr. Bei „Billigwelpen“ aus dem Internet wird meist an all diesen Punkten gespart, um einen günstigen Preis zu erhalten und damit Käufer anzulocken. Doch wie bereits erwähnt, leidet darunter die Gesundheit des Welpen und man hat nachher doppelte und dreifache Tierarztkosten.

Der nächste Schritt: Kontakt zum Züchter aufnehmen

Am besten ist es, wenn Sie mehrere Züchter in Ihrer Nähe haben, dass Sie einfach mal alle anrufen. Schließlich muss auch die Wellenlänge und Ihr Bauchgefühl stimmen – wenn Sie alle am Telefon „getestet“ haben, fällt Ihnen die Wahl sicher deutlich leichter.

Ganz wichtig: Ein Züchter, dem wichtig ist, dass seine Welpen in das richtige Zuhause ziehen, wird Sie viel über Sie und Ihre Lebensumstände ausfragen! Er sollte also nicht nur von sich und seinen Hunden erzählen, sondern viel über Sie wissen wollen. Das ist ein gutes Zeichen!

Aber natürlich sollten auch Sie wiederum den Züchter ausfragen. Welche Fragen dabei auf keinen Fall fehlen sollten:

  • Betreut der Züchter mehrere Würfe gleichzeitig? Wenn ja, ist das ein schlechtes Zeichen, denn schon ein Wurf allein braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit. Sich vernünftig um mehrere gleichzeitig zu kümmern, ist schwierig.
  • Züchtet er mehrere Rassen? Ebenfalls kein gutes Zeichen.
  • Wie oft bekommt eine Hündin einen Wurf? Hündinnen dürfen nicht als „Gebärmaschinen“ herhalten, deswegen sollten Sie Abstand vom Züchter nehmen, wenn dieser Ihnen zu verstehen gibt, dass quasi permanent Welpen zur Verfügung stehen!

Sind gerade kleine Welpen da, fragen Sie am besten noch Folgendes:

  • Wie sind Trächtigkeit der Hündin und Geburt verlaufen? Gab es dabei irgendwelche Probleme?
  • Sind die Hundebabys gesund und nehmen stetig Gewicht zu? Sind Welpen gestorben? (So traurig das ist, kann das selbst bei guten Züchtern vorkommen. Wenn ja, sollte er das verstorbene Tier aber hinsichtlich der Todesursache untersuchen lassen und Ihnen dies sagen können. Denn nur so kann er Krankheiten und Missbildungen ausschließen.)
  • Kümmert sich die Hündin gut um ihren Nachwuchs und hat sie genug Milch für alle? (Bei mehr Welpen als Zitzen, also mehr als acht, muss der Züchter per Flasche zufüttern. Das ist zeitintensiv und schwierig. Passieren dabei Fehler, kann das Sozialverhalten des Hundes später gestört sein.)

Wichtig: Erzählt der Züchter Ihnen eine herzzerreißende Story, etwa vom Tod der Hundemutter und der liebevollen Handaufzucht der Kleinen, ist Vorsicht geboten! Über die Mitleidstaktik versuchen vor allem unseriöse Vermehrer, ihr „Produkt“ an den Mann zu bringen.

Klingt am Telefon aber soweit alles vertrauenserweckend und sinnvoll, steht einem Besuch beim Züchter nichts mehr im Wege.

Das erste Kennenlernen

Ein guter und seriöser Züchter wird Sie ohnehin erst kennenlernen wollen, bevor er Ihnen einen seiner geliebten Welpen anvertraut. Will er Ihnen direkt am Telefon einen Welpen verkaufen oder wartet er schon mit dem Kaufvertrag in der Hand an der Tür auf Sie, ist auch das kein gutes Zeichen.

Wenn Sie beim Züchter vor Ort sind, achten Sie auf folgende Punkte:

  • Umgebung: Welpen machen natürlich viel Dreck. Damit die Gefahr von Wurmbefall und Infektionen geringgehalten wird, sollte die Unterkunft der Hundefamilie sauber und ordentlich sein und täglich mehrmals gereinigt werden.
  • Kontakt zum Menschen: Die Mutterhündin und ihre Welpen sollten viel Kontakt zum Züchter und seiner Familie haben. Ein Zwinger mit Auslauf ist super, damit die Welpen schnell lernen, ihre Geschäfte nur draußen auf dem Gras zu verrichten. Aber die Hunde sollten nicht ausschließlich dort leben, sondern auch das Leben im Haus kennen. Das macht es dem Welpen auch leichter, sich bei Ihnen einzuleben. Vorsicht bei Züchtern, die ihre Hunde offensichtlich nur in einer Scheune oder gar im Keller halten!
  • Mutterhündin: Welpen großziehen, ist anstrengend. Die Hündin sollte dennoch nicht ausgezehrt und kraftlos wirken, denn ein guter Züchter kümmert sich natürlich entsprechend um das Muttertier. Achten Sie zudem auf das Verhalten der Hündin: Lässt Sie sie nicht an ihren Nachwuchs, ist das in Ordnung. Schließlich beschützt jede Tiermutter ihre Kinder vor Fremden. Die Hündin sollte sich aber von ihrem Besitzer beruhigen lassen und in seinem Beisein freundlich auf Sie reagieren.
  • Welpen: Die kleinen Hundekinder sollten lebhaft und neugierig sein und Interesse an Ihnen zeigen – außer natürlich, sie schlafen gerade. Sie sollten ein glänzendes Fell und klare Augen haben. Nasen- und Augenausfluss, Durchfall oder Husten sind Alarmzeichen – so sehen keine Welpen von guten Züchtern aus!

Weitere Fragen an den Züchter

Ist Ihr erster Eindruck bisher positiv – wunderbar! Dann scheinen Sie einen guten Züchter gefunden zu haben. Dennoch gibt es einige weitere Punkte, die zeigen, ob der Umgang mit den Hunden verantwortungsvoll ist. Fragen Sie den Züchter daher Folgendes (in Klammern finden Sie die „richtigen“ Antworten, die er geben sollte):

  • Wann werden die Welpen abgegeben? (Frühestens mit acht Wochen!)
  • Welche Aktivitäten Welche Aktivitäten werden mit den Welpen gemacht? (Die Welpen sollten schon ab der 4. Woche einiges kennenlernen, denn was sie mit ihrer Mutter erkunden und entdecken, wird später kein Problem mehr sein; beispielsweise das Autofahren.)
  • Was bekommen diWas bekommen die Hunde zu fressen? (Hündin und Wurf sollten hochwertiges Welpenfutter bekommen, um Energie fürs Wachstum bzw. Säugen zu haben.)
  • Sind dSind die Welpen bei Übergabe geimpft und gechipt? (Beides ist wichtig und spricht für seriöse Zucht. Bei der Abholung sollten Sie einen EU-Heimtierpass erhalten sowie die Chip-Unterlagen, um Ihren Labrador Welpen registrieren zu können.)
  • WelcheWelcher Welpe wird mir empfohlen? (Gute Züchter kennen die Charaktere ihrer kleinen Fellknäuel und achten darauf, dass Mensch und Tier zusammenpassen und nicht nur z. B. nach der Optik entschieden wird. Zum Beispiel geben gute Züchter in der Regel nicht den frechsten Welpen an absolute Hundeanfänger ab.)
  • Wie läuft die Abgabe ab und was muss ich berücksichtigen? (Der Züchter sollte Ihnen wertvolle Tipps für die leichtere Eingewöhnung Ihres Labrador Welpen geben und Ihnen nicht einfach nur das Tier in die Hand drücken.)

Wenn Sie all diese Punkte berücksichtigen, dürfte beim Kauf Ihres Labrador Welpen nichts mehr schiefgehen!

Welche Erstausstattung braucht mein Labrador Welpe?

Nun ist es bald soweit: Der kleine Labrador Welpe zieht endlich ein! Viele frischgebackene Hundebesitzer fragen sich – zu Recht – schon einige Zeit vorher, welche Erstausstattung sie für ihr neues Familienmitglied benötigen. Im Handel wird man regelrecht überflutet mit einer Vielzahl an sinnvollen und weniger sinnvollen Artikeln für Hunde, auch spezielle für Welpen sind dabei. Nicht alle davon sind aber zwingend notwendig. Und nicht nur diese Vielzahl, sondern auch die Variation eines Artikels lassen uns schnell ratlos zurück: Napf aus Keramik oder Edelstahl? Spielzeug mit oder ohne Quietsch-Element? Halsband oder Geschirr – und wenn Geschirr, welche Art davon (Brustgeschirr, Sicherheitsgeschirr etc.)?

Damit Sie nicht den Überblick verlieren und am Ende viel mehr Geld ausgeben, als Sie müssten, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst, was unbedingt zur Labrador Welpen Erstausstattung gehört – und worauf Sie guten Gewissens verzichten können.

Das wichtigste Zubehör für den Labrador Welpen

  • Für den Transport im Auto: Das sicherste ist eine spezielle Hunde-Box für den Kofferraum. Alternativen sind Softboxen, ein Trenngitter (gibt es auch nach Maß zum Einbauen, diese sind ebenfalls sehr sicher!) oder das Anschnallen des Hundes auf der Rückbank mit Hunde-Anschnallern. Bei letzterem ist SEHR WICHTIG, dass der Hund nicht am Halsband festgemacht wird, sondern am Geschirr! Außerdem muss das Geschirr zwischen den Vorderbeinen zum Bauch einen Riemen haben. Hat es nur einen quer über der Brust, drohen bei einem Unfall oder einer Notbremsung gefährliche Verletzungen, z. B. ein Knochenbruch. Egal ob Halsband oder Geschirr: Unbedingt die Kontaktdaten daran befestigen, damit der Hund schnell nach Hause gebracht werden kann, sollte er sich mal selbstständig machen!
  • Für unterwegs: Ein gut sitzendes Halsband und/oder Geschirr plus Leine. Ein Halsband übt Druck auf den empfindlichen Hundehals aus, wenn er an der Leine zieht. Daher sind gerade für Welpen und Junghunde, die das korrekte Laufen an der Leine noch üben müssen, Geschirre besser. Gerade wenn der Jungspund auch mal seine Manieren „vergisst“, wenn er beispielsweise einen anderen Hund begrüßen will, und ruckartig an der Leine zerrt, tut er sich mit dem Geschirr dabei nicht selbst weh. Kotbeutel und eine Leckerlietasche sollte man auch immer dabei haben.
  • Für Zuhause: Ein weiches Hundekörbchen oder Hundebett. Auch wenn der Labrador Welpe mal sehr groß werden wird, sollte man am Anfang noch kein Körbchen für einen ausgewachsenen Hund kaufen. Denn Welpen fühlen sich in Körbchen, die zu ihrer Größe passen, deutlich wohler und beschützter. Außerdem knabbern viele Welpen (spätestens im Zahnwechsel) auch mal am Körbchen herum. Hat man gleich ein großes, teures gekauft, das man die nächsten Jahre nutzen wollte, wird man sich ärgern. Es ist also auch vollkommen okay, wenn man für den Welpen nicht gleich das teuerste und luxuriöseste Hundekissen kauft. Zusätzlich ist es gut, eine weitere Hundedecke zu haben, die man bei Bedarf zu Freunden, Verwandten etc. mitnehmen kann, wenn der Hund mitkommt (gerade Welpen darf man anfangs nicht alleine lassen!).
  • Für die Verpflegung: Ein qualitativ hochwertiges Welpenfutter, am besten abgestimmt auf große Rassen wie den Labrador, ist essenziell für eine gesunde Entwicklung. Gut ist es, wenn man erstmal das Futter des Züchters mitnimmt, denn dieses kennt der Welpe schon. Möchte man ein anderes füttern, kann man die Sorten mischen und das alte so nach und nach „ausschleichen“. Bitte nicht am Futter sparen! Bei manchen Preisen muss man teilweise wirklich schlucken, aber wer gerade in der Welpenzeit nur Billigfraß füttert, bekommt später die Retourkutsche in Form von hohen Tierarztkosten, weil der Hund dann mit Sicherheit häufig krank ist.
  • Für zwischendurch: Natürliche Leckerlis ohne Zusatzstoffe und Kauartikel (in Welpengröße) sind sinnvoll fürs Training und als Beschäftigung. Robuste Wasser- und Futternäpfe sind ebenfalls wichtig. Hier kann man auch gern direkt die passende Größe für den erwachsenen Labbi wählen – ein zu großer Napf macht dem Welpen nichts aus. Welches Material, ist eigentlich zweitrangig. Das kann man auch nach persönlicher Vorliebe entscheiden. Übrigens: Die Näpfe sollten immer an der gleichen Stelle stehen!
  • Für die Pflege: Hunde müssen nicht ständig gebadet werden. Falls der Welpe aber mal komplett im Matsch abtaucht, gibt es spezielle sensitive Hundeshampoos extra für Welpen. Wichtiger als das Shampoo ist jedoch eine Bürste, für den Anfang am besten eine weiche. So bringt man schon dem kleinen Labrador Welpen dabei, dass Bürsten etwas Schönes ist. Ein Labbi sollte sich unbedingt bürsten lassen, denn er haart stark. Durch regelmäßiges Bürsten kann man aber den unkontrollierten Haarverlust in der Wohnung etwas verringern. Und eine Zeckenzange ist ebenfalls ein Muss!
  • Fürs Spielen: Hat sich der kleine Neuankömmling etwas eingewöhnt, wird er Beschäftigung brauchen. Damit er nicht gleich Schuhe oder andere Gegenstände zerbeißt, benötigt er von Anfang an Spielzeug. Dabei reicht es aber aus, ihm ein Kuscheltier, einen Ball und etwas zum Draufbeißen zu besorgen – man sollte den Welpen nicht mit zu viel Spielzeug überfordern. Es muss so robust sein, dass die spitzen Welpenzähnchen es nicht sofort zerstören, und so groß, dass der Kleine es nicht verschlucken kann. Dennoch sollte man dem Hund das Spielzeug nur unter Aufsicht geben.

No-Gos für Welpen (und auch für ausgewachsene Hunde)

Leider gibt es immer noch viel zu viele Artikel zu kaufen, die nicht tiergerecht sind. Einige davon listen wir hier auf:

  • Billigfutter: Wie weiter oben schon erwähnt, schon billiges Futter zwar anfangs den Geldbeutel, doch später muss man oft in hohe Tierarztrechnungen investieren. Das liegt daran, dass in vielen Billigfutter-Sorten zu wenig Fleisch enthalten ist, das zusätzlich noch mit minderwertigen Schlachtabfällen und oft sogar Gammelfleisch „gestreckt“ wird. Auch billige „Füllstoffe“ wie Getreide, was zudem bei vielen Hunden Allergien verursacht, werden gern eingesetzt, sind aber nicht gut fürs Tier. Meist machen dann sogar die pflanzlichen Inhaltsstoffe den Großteil des Futters aus. Hunde können zwar (anders als Katzen) einen gewissen Anteil an Obst und Gemüse verdauen (und sie brauchen ihn z. T. auch), aber das Fleisch muss dennoch überwiegen!
  • Zu kleine Bälle, Tennisbälle und Bälle mit nur einem Loch: Kleine Bälle können schnell im Ganzen verschluckt werden und einen Darmverschluss auslösen. Tennisbälle werden, gerade von kräftigen Hunden wie Labbis, schnell zerbissen. Dann können sie Kleinteile davon verschlucken. Außerdem sind Tennisbälle nicht für Hunde gemacht, sie enthalten also jede Menge Stoffe, die giftig sind. Der Hund nimmt diese mit dem Speichel beim Drauf-Herumkauen auf. Bälle mit nur einem Loch haben die Gefahr, dass beim Kauen ein Unterdruck entsteht und der Ball sich im Hundemaul „festsaugt“. Das kann zu Panik und Verletzungen, im schlimmsten Fall zur Erstickung führen!
  • „Normale“ Kuscheltiere für Kinder: Diese haben oft aufgenähte Augen und andere Kleinteile, die der Hund abknabbern und fressen kann. Schlecht wegen der giftigen Stoffe und auch wegen der Erstickungs- und Darmverschlussgefahr! Vorsicht: Leider gibt es auch viele (billige) Plüschtiere für Hund und Katz, die solche Teile enthalten. Lieber etwas Hochwertiges und somit Sicheres kaufen!
  • Spielzeug aus weichem Plastik: Man könnte denken, dass weiche Spielzeuge besonders angenehm und gut für den Hund sind. Das ist leider nicht so, denn sie sind nur so schön weich, weil das Plastik Unmengen an Weichmachern enthält. Kaut der Hund darauf herum, lösen sich diese Stoffe und er nimmt sie auf.
  • Stachelhalsbänder, „Würge“-Halsbänder und Erziehungsgeschirre mit Zug unter den Achseln: Diese Artikel zur „Erziehung“ arbeiten mit Schmerzen und sind daher abzulehnen.
  • Stromzäune oder Ultraschallzäune: Es gibt leider Zäune, mit denen man das Grundstück so einzäunen kann, dass der Hund einen Stromschlag bekommt, wenn er es verlassen will. Oder solche, die „unsichtbar“ sind, weil sie mit Ultraschall arbeiten. Hunde haben aber ein sehr gutes Gehör und daher sind die meisten Grundstücke zu klein, sodass der Hund die unangenehmen Geräusche permanent hört.
  • „Anti-Bell-Trainingsgeräte“: Sie sind abzulehnen, weil der Hund aufgrund eines natürlichen Mitteilungsbedürfnisses bellt, wenn er z. B. allein gelassen wird, und daher gar nicht versteht, wieso er „bestraft“ wird, wenn er bellt. Trainiert man das Alleinsein schon im Welpenalter (natürlich anfangs nur ganz kurz und mit zunehmendem Alter immer länger!), hat der Hund später keine Probleme damit und bellt auch nicht.

Die ersten Tage im neuen Zuhause

Die Freude ist riesig, wenn man endlich seinen kleinen Labrador Welpen beim Züchter abholen darf. Damit alle, also Zwei- und der Vierbeiner, die ersten Tage der Eingewöhnung gut überstehen, haben wir hier ein paar Tipps für Sie.

Am Abholtag

Der Abschied von seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinen bekannten Menschen ist das größte Ereignis im bisher recht kurzen Leben Ihres neuen Labrador Welpen. Diesen sollte man ihm daher erleichtern, indem man so viel Bekanntes wie möglich erstmal übernimmt. Das ist zum einen das bekannte Futter: Bitten Sie Ihren Züchter schon vor der Abholung, Ihnen an diesem Tag etwas davon mitzugeben, oder kaufen Sie es selbst.

Auch Gewohnheiten wie etwa die Fütterungszeiten kann man vom Züchter übernehmen – einfach nachfragen! Schön ist es auch für den Welpen, wenn er etwas von seiner Mutter „mitnehmen“ kann. Man kann die Hündin beispielsweise mit einer Decke abreiben, die man dann ins Welpenkörbchen zu Hause legt. So kann der Kleine im vertrauten Geruch seiner Mutter schlafen und bei „Heimweh“ Trost darin finden.

Für den Transport sollte der kleine Welpe gut gesichert in einer speziellen Hundebox, im Kofferraum mit sicherem Trenngitter oder richtig angeschnallt auf der Rückbank sitzen. Schöner wäre es natürlich für ihn, wenn er beim Beifahrer im Fußraum sitzen und gestreichelt werden könnte. Das ist jedoch verboten und kann bei einem Unfall zu schlimmen Verletzungen führen!

Je nachdem, wie weit der Züchter entfernt ist, kann es sinnvoll sein, einen Napf und eine Flasche Wasser mitzunehmen. So kann der Welpe in den Pausen etwas trinken. In der Regel muss er aber beim Transport nicht gefüttert werden, zumal es dann auch passieren kann, dass er sich während der Fahrt erbricht. Ebenfalls wichtig im Gepäck: Küchenrolle und eine Ersatzdecke, falls dem Welpen vor Aufregung ein „Malheur“ im Auto passiert.

Endlich: Die Ankunft des Welpen!

Die neue Wohnung oder das neue Haus wartet mit unzähligen Eindrücken auf den kleinen Labrador Welpen. Nicht nur die Umgebung, sondern auch die Geräusche und Gerüche sind ganz anders als gewohnt. Der Welpe hat an diesem Tag genug damit zu tun, alles zu erkunden. Deswegen sollte man noch nichts von ihm fordern wie etwa das Training von Kommandos – darauf könnte er sich ohnehin nicht konzentrieren. Wichtig ist aber dennoch, dass man im Vorfeld festgelegte Regeln (siehe auch Welpen Erziehung) schon jetzt einhält. Soll der Hund etwa nicht aufs Sofa, darf man ihm das auch am ersten Tag nicht erlauben. Lernt er direkt zu Beginn, dass das Sofa tabu ist, wird er es schneller akzeptieren, als wenn er schon ein paar Mal darauf geklettert ist.

Wohin mit dem Hundekörbchen?

Der Schlaf- und Ruheplatz Ihres Labrador Welpen, also sein Körbchen, sein Hundebett oder seine Decke, sollte immer an der gleichen Stelle sein. Das erleichtert ihm die tägliche Routine und später Kommandos wie „Auf deinen Platz“ o. Ä. Ideal ist dafür ein ruhiger, aber dennoch zentraler Ort. So kann sich der Welpe erholen, ist aber nicht völlig abgeschieden und einsam. Ein Beispiel ist etwa eine warme Ecke im Wohnzimmer (natürlich nicht direkt neben dem Fernseher). Weniger geeignet sind Abstellkammern oder Kinderzimmer. Denn Kindern fällt es oft schwer, das Bedürfnis des Hundes nach Ruhe zu akzeptieren. Ruhe und Schlaf sind aber unglaublich wichtig für das Hundekind, um sich gut zu entwickeln.

Zudem muss der Ort für das Körbchen warm und zugfrei sein.

Die erste Nacht – die größte Herausforderung

Ist der erste Tag gut überstanden, folgt auch schon die erste Nacht. Diese ist meist schwieriger für alle Beteiligten als der Tag. Zum einen, weil man oft vor Aufregung nicht gut schlafen kann (das gilt oft auch für den Welpen selbst). Der kleine Labrador Welpe schläft nun das erste Mal in einer völlig fremden Umgebung, ganz ohne die kuschelige Wärme und beruhigende Nähe seiner Mutter und Geschwister. Das merkt er in der Nacht viel stärker als am Tag, als er noch alles erkundet hat und mit den neuen Eindrücken beschäftigt war.

Es ist deswegen wichtig, dass Sie dem Welpen gerade in der ersten Nacht die Angst nehmen und ihm Sicherheit vermitteln.

Dazu sollte er auf jeden Fall neben Ihrem Bett schlafen. Auch wenn der Hund später nicht im Schlafzimmer schlafen soll, sollte man anfangs eine Ausnahme machen. So fühlt sich der Welpe nämlich weniger allein und Sie können ihn während des Einschlafens auch noch kraulen – das beruhigt und stärkt zugleich Ihre Bindung. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie so nachts mitbekommen, wenn der Welpe mal muss. Dann können Sie sofort aufstehen und mit ihm rausgehen, bevor er sich auf dem Teppich erleichtert.

Für die ersten Nächte eignen sich auch Boxen oder sogenannte „Kennels“. Das sind Boxen, meist komplett aus Gittern, in denen der Welpe bequem schlafen kann. Sie sehen ein wenig aus wie fiese Käfige. Aber sie sind sehr hilfreich. Denn zum einen fühlen Welpen sich anfangs in einer begrenzten Umgebung deutlich wohler (das gleiche gilt übrigens auch für Menschenbabys, deswegen sind Kinderbettchen auch relativ klein!). Zum anderen halten Welpen meist instinktiv ihren Schlafplatz sauber. Muss der Kleine nachts also mal „ein Geschäft“ erledigen, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in seinen Kennel pinkeln, sondern sich bemerkbar machen. Liegt er dagegen nur im Körbchen neben Ihrem Bett, kann es sein, dass er aufsteht und sich in der Wohnung erleichtert, ohne dass Sie es mitbekommen.

Die Entscheidung, ob Sie einen solchen Kennel für Ihren Labrador Welpen nutzen wollen oder nicht, liegt jedoch ganz bei Ihnen. Auch ohne Kennel kann man einen Welpen stubenrein erziehen.

Ist das nach einiger Zeit erfolgreich passiert und der Welpe stubenrein, kann man ihn an seinen eigenen Schlafplatz gewöhnen, wenn er nicht mehr neben dem Bett schlafen soll. Dieser Zeitpunkt bietet sich an, weil der Welpe dann gelernt hat, auf sich aufmerksam zu machen, wenn er mal muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass er Sie also weckt, wenn es notwendig ist, ist dann also hoch. Aber: Natürlich kann auch hier noch ein „Malheur“ passieren. Den Hund dafür niemals strafen, er macht das schließlich nicht absichtlich!

Wie geht es weiter?

In den nächsten Tagen können Sie beginnen, mit dem Welpen zu üben und zu spielen. Dabei sollten Sie ihn nicht überfordern und seine Ruhezeiten unbedingt beachten.

Dabei kommt es auch ganz individuell auf den Charakter Ihres Hundes an. Wenn Sie bemerken, dass der Kleine auch am zweiten Tag noch Zeit benötigt und alles ein zweites Mal erkunden will, lassen Sie ihn dies tun. Scheint er sich aber schon zu „langweilen“, darf es gern etwas mehr Action sein!

Ein Tipp: Die Wohnung sollte zuvor welpensicher gemacht worden sein, also Kabel wegräumen etc. Man kann aber nie auf alles vorbereitet sein, was dem kleinen Racker so alles einfällt. Daher sollte man den Hund nicht unbeaufsichtigt durch die Wohnung stromern lassen. Wer ihn nicht die ganze Zeit im Blick behalten kann, etwa weil der Haushalt oder das Homeoffice ruft, ist mit einem Welpenlaufstall gut beraten. Dort kann sich der Welpe gesichert bewegen, spielen oder ein Nickerchen halten, ohne zum Beispiel Möbel anzuknabbern.

Der Laufstall sollte aber nicht als ständiger „Welpenparkplatz“ missbraucht werden, damit man sich nicht um das Tier kümmern muss! Er ist wirklich nur dafür gedacht, den Welpen sicher unterzubringen, wenn man gerade etwas anderes macht oder niemand anderes aus der Familie auf ihn aufpassen kann.

Kontakt zu anderen Hunden ist sehr wichtig – je früher, desto besser. Der Welpe lernt auch jetzt noch jeden Tag Neues, dazu gehört auch das Einmaleins der Hundesprache. Am besten ist dafür eine Hundeschule mit einer extra Welpengruppe.

Lässt man seinen Labrador Welpen mit anderen ausgewachsenen Hunden spielen, ist Vorsicht geboten. Nehmen Sie Hund und Halter genau unter die Lupe. Denn auch wenn der Besitzer sagt, sein Hund würde Welpen nichts tun, weil sie ja „Welpenschutz“ hätten, muss das im Ernstfall nicht stimmen. Der andere Hund kann schlecht sozialisiert oder auch einfach nur sehr rüpelhaft sein. Gerade bei großen Rassen kann das dann für den kleinen Welpen schnell unangenehm werden, selbst wenn der andere Hund freundlich bleibt. Aber welcher Welpe möchte schon z. B. von einem rüpeligen 45 kg Berner Sennehund über den Haufen gerannt werden? Damit würde der Welpe dann auch Negatives mit anderen Hunden verknüpfen. Passiert das öfter, kann es sein, dass der eigene Hund irgendwann aggressiv auf Artgenossen reagiert. Also lieber die Spielkumpel des eigenen Welpen unter die Lupe nehmen, bevor das geschieht!

 

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