Labrador Erziehung

Die Labrador Erziehung ist vielseitig, aber kein Hexenwerk. Wer wichtige Grundregeln beherzigt, sollte auch bei einem Labrador keine Erziehungsprobleme bekommen. Sollten bereits einige Probleme bei Ihrem Labrador bestehen, erhalten Sie hier wichtige Tipps zum Ausprobieren.

Ist der Labrador ein Anfängerhund?

Der Labrador gilt als gutmütig, geduldig und nicht aggressiv. Das scheinen ideale Bedingungen zu sein, um auch für Anfänger in der Hundehaltung gut geeignet zu sein. Doch ist das wirklich so?

Fakt ist, dass der Labrador ein Arbeitshund ist – für die Apportierarbeit bei der Jagd „nach dem Schuss“ wurde er gezüchtet und das liegt ihm dementsprechend im Blut. Dabei muss man bei der Zucht heutzutage zwischen der reinen Arbeitslinie und der Showlinie unterscheiden (weitere Infos dazu hier).

Als Arbeits- und somit Gebrauchshund hat der Labrador daher einen großen Bewegungsdrang. Die gemütliche „Couchpotato“, die sich viele unter einen verfressenen, entspannten Labbi vorstellen, ist er also nicht von Natur aus. Nur wenn er gut ausgelastet und beschäftigt wird, schläft er abends entspannt auf dem Sofa, sodass dieses Bild wieder stimmt.

Bei Anfängern einfach „nebenherlaufen“ wird ein Labrador allerdings nicht. Erst recht nicht, wenn man sich einen Labrador Welpen anschafft und diesen selbst erziehen muss. Hier können – unabhängig von der Rasse! – Fehler auftreten, die unerwünschtes Verhalten nach sich ziehen können.

Wichtig ist, dass sich auch Hundeanfänger ausgiebig mit der Rasse beschäftigen. Denn wer nur das „Sofa-Bild“ vom Labrador im Kopf hat, wird sich wundern, wieso das „gemütliche“ Tier auch bei Wind und Wetter nach draußen und dort gefordert werden will!

Die wichtigsten Fakten zum Charakter des Labradors haben wir in der Folge zusammengefasst. So können sich Interessierte einen ersten Eindruck darüber verschaffen, ob ein Labrador Welpe zu ihnen passt oder eher eine andere Rasse in Frage käme.

Eigenschaften des Labradors

Als positiv zu nennen ist, dass Labradore sehr treu sind und einen „will to please“, also den Willen zu gefallen, aufweisen. Das kommt daher, dass sie nicht als Solojäger (wie etwa die eigenständigen Dackel) unterwegs waren, sondern in enger Zusammenarbeit mit dem Jäger agiert haben. Sie lernen sehr schnell, besonders wenn man sie mit Futter belohnt. Denn Labradore sind unglaublich verfressen. Daher haben sie häufig Probleme mit Übergewicht – aber nur, wenn sie nicht ausreichend Bewegung haben! Ein Labrador, der viel beschäftigt und artgerecht ernährt wird, hat keine Figurprobleme.

Auf die richtige Menge Futter und ausreichend Bewegung muss man also beim Labrador auch als Anfänger unbedingt achten. Mit Übergewicht ist nämlich nicht zu spaßen; es kann ernsthafte weitere Erkrankungen wie Diabetes, Bandscheibenvorfälle und Gelenkserkrankungen auslösen.

Nicht vergessen darf man, dass der Labrador trotz seines gutmütigen und treuen Wesens ein Jagdhund ist und bleibt. Er wurde nicht als „Begleithund“ wie etwa ein Malteser gezüchtet, sondern benötigt eine Aufgabe. Sie lieben Wasser und Apportieren, daher sind Schwimmen und Dummytraining gute Auslastungsmöglichkeiten.

Ein Hundeanfänger muss sich also bewusst sein, dass diese Rasse einen Hundesport machen muss oder andere Beschäftigungen wie Mantrailing, Fährtensuche und ähnliches. Bei Unterforderung sucht sich der Hund ansonsten unter Umständen eine eigene Aufgabe, die man nicht möchte, etwa das Verteidigen des Grundstücks oder Jagen.

Labradore neigen zudem zur Unruhe (gerade bei wenig Beschäftigung). Man muss auch als Anfänger daher schon mit dem Labrador Welpen „Ruhetraining“ machen.

Labbis sind eher „distanzlos“ und etwas „trampelig“. Das ist für Hundeanfänger einerseits von Vorteil, weil diese Hunde dadurch Fehler schneller verzeihen. Andererseits kann das gerade in der Kombination mit der Verfressenheit auch zu gefährlichem Fehlverhalten führen, wenn man als Anfänger nicht richtig trainiert. Fordert der gierige Labbi ständig Futter ein und bekommt es aus Ahnungslosigkeit auch viel zu oft, kann er sehr aufdringlich werden, was sogar in Aggressionen umschlagen kann, wenn er mal keine Futterbelohnung erhält. Hier muss man also unbedingt aufpassen und auf das richtige Training achten!

Jeder Hund ist individuell

Dies sind die typischen Charaktereigenschaften eines Labradors. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass jeder Labbi ein Individuum ist, das nicht unbedingt alle diese Züge aufweisen muss. Es gibt Labradore, die Wasser und Apportieren nicht so gern mögen. Oder Labradore, die gar nicht distanzlos, sondern eher zurückhaltend und schüchtern sind. Daher kommen wir auch zu folgendem Fazit:

Labradore sind nicht DIE „perfekten Anfängerhunde“, als die sie gern bezeichnet werden. Allerdings sind sie durchaus für Anfänger geeignet, wenn diese sich zuvor gut mit der Rasse beschäftigt haben. Dabei muss man sich auch ganz objektiv fragen, ob die Charaktereigenschaften der Rasse wirklich zu einem passen. Ist man selbst eher unsportlich und ungern draußen, wird man eine aktive Rasse wie den Labrador wahrscheinlich nicht gut auslasten können.

Ausschlaggebend ist jedoch der individuelle Charakter des Hundes. Man muss einfach schauen, ob die Chemie stimmt – nur so sind am Ende Mensch und Tier gleichermaßen zufrieden und können ein echtes „Dream-Team“ werden.

Den Labrador Welpen erziehen

Die Erziehung eines jeden Hundes, also auch des Labradors, sollte so früh wie möglich beginnen. Haben Sie Ihren Labrador Welpen bei einem verantwortungsvollen Züchter gekauft, hat er beim Einzug bei Ihnen schon einiges gelernt. Hier können Sie optimal anknüpfen! Sollte der Welpe noch gar nichts gelernt haben – aus welchen Gründen auch immer –, müssen Sie das nachholen. Denn auch wenn die kleinen Fellknäuel noch so niedlich sind: Einen „Welpenbonus“ dürfen sie bei der Erziehung nicht bekommen. Das bedeutet, dass man auch einen Welpen schon liebevoll, aber unbedingt konsequent erziehen sollte. So lassen sich am einfachsten spätere Probleme vermeiden!

Erste Überlegungen

Es ist sinnvoll, sich schon vor Einzug des Labrador Welpen Gedanken zu machen, welche Regeln man unbedingt für das Tier aufstellen möchte. Zum Beispiel die Frage, ob der Hund mit aufs Sofa und ins Bett darf. Gerade am Anfang ist die Versuchung für viele hier natürlich groß, aber spätestens wenn der ausgewachsene 35-Kilo-Hund sich auf dem kleinen Zweier-Sofa breit macht, denken viele um. Durfte der Hund aber als Welpe immer mit aufs Sofa, wird er später nicht verstehen, wieso das jetzt auf einmal nicht mehr erlaubt ist. Er wird also immer wieder aufs Sofa springen, Sie müssen ihn immer wieder wegschicken und sind irgendwann genervt – das ist weder für den Hund noch Sie als Besitzer schön!

Daher muss man im Vorfeld Regeln definieren, die der niedliche Welpe mit seinen Kulleraugen nicht „brechen“ darf. Wer also keinen großen Hund oder viele Hundehaare auf Bett und Sofa wünscht, der sollte auch schon dem Welpen erklären, dass diese Zonen für ihn tabu sind. Leben mehrere Personen im Haushalt, z. B. in einer Familie, müssen natürlich auch alle anderen diese Regeln befolgen, um den Hund nicht zu verwirren. Gerade Kinder wollen natürlich gern mit ihrem tierischen Familienmitglied auf dem Sofa kuscheln. Deswegen müssen die Eltern besonders darauf achten, ihrem Nachwuchs zu erklären, wieso der Labrador Welpe das eben nicht darf. Wenn alle an einem Strang ziehen, klappt die Erziehung eines Welpen aber auch in einer Familie gut!

Erste Schritte

Ab dem Alter von zwei Monaten beginnt bei Hundewelpen die Sozialisierungsphase. Dieser Zeitpunkt ist daher ideal, um in ihre neue Familie zu ziehen. Denn so können die kleinen Labradore direkt alle Regeln, die in ihrer neuen menschlichen Familie gelten, in dieser wichtigen Phase lernen.

Welpen leben sich recht schnell in ihre neue Umgebung ein. Man sollte ihnen keinesfalls eine sehr lange Eingewöhnungszeit geben, in der man ihnen alles noch durchgehen lässt. Im Gegenteil! Lernt der Welpe von Tag 1 an beispielsweise, dass das Sofa oder das Bett für ihn tabu ist, wird er dies viel schneller verinnerlichen. Das Wichtigste ist aber immer Geduld, denn natürlich kann der Hund nur durch Versuch und Irrtum lernen.

Es bietet sich an, neben der Stubenreinheit direkt die Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“, „Nein“, „Aus“ und „Komm“ zu üben. Diese sind auch draußen auf den ersten Spaziergängen wichtig.

Die Sache mit der Stubenreinheit …

… erfordert ebenfalls Geduld, ist aber zum Glück gar nicht so schwer. Die Kapazität der Welpenblase ist noch nicht sehr groß. Deswegen müssen sie meist sofort lösen, wenn sie aufwachen. Bei einem guten Züchter hat der kleine Labrador Welpe bereits gelernt, seinen Schlafplatz sauber zu halten. Hier müssen Sie nun konsequent weitermachen, damit sich das Verhalten auch in der neuen Umgebung festigt.

Dazu sollte man den Welpen direkt nach draußen bringen, wenn er aufgewacht ist. (Bitte warten, bis er wirklich wach ist, und nicht das noch halb schlafende Tier unsanft aufwecken!) Ansonsten muss man auf die ersten Anzeichen achten. Beispielsweise besteht akuter Handlungsbedarf, wenn der Welpe schnüffelnd mit der Nase am Boden umherläuft.

Ganz wichtig: Ab und zu wird dennoch ein Geschäft im Haus landen. Den Welpen dafür zu bestrafen oder gar seine Nase in die Pfütze oder den Haufen zu stecken, ist aber absolut falsch! Schließlich weiß das Hundekind (noch) nicht, dass es im Haus nicht lösen darf. Erst durch regelmäßiges und vor allem liebevolles Training kann es das verstehen. Deswegen muss man den Labrador Welpen auch ausgiebig loben, wenn er dann draußen sein Geschäft verrichtet.

Es ist allerdings in Ordnung, den Welpen mit einem bestimmten „Nein“ direkt nach draußen zu bringen, wenn man ihn drinnen beim Geschäft „erwischt“. Gerade wenn der kleine Labbi schon gelernt hat, was „Nein“ bedeutet, wird er so irgendwann erkennen, dass draußen lösen gut, drinnen lösen nicht gut ist.

Rückschläge sind in dieser Zeit normal. Sie sind natürlich frustrierend, besonders wenn der Welpe im Garten alles Mögliche macht außer seinem Geschäft und dann drinnen sofort auf den Teppich pinkelt. Hier heißt es einfach im wahrsten Sinne des Wortes: „Schwamm drüber!“ und weiterüben!

Die weitere Erziehung vom Labrador Junghund

Wenn die ersten Monate der Welpenzeit überstanden sind, hat Ihr kleiner Labrador Welpe sicher schon die wichtigsten Kommandos erlernt und ist stubenrein. Dann ist der Labrador Welpe auch schon ein Junghund! Es herrscht bei vielen Hundehaltern Unsicherheit darüber, bis wann ein Hund überhaupt ein Welpe ist. Natürlich gibt es keinen „Tag X“, an dem der Hund plötzlich kein Welpe mehr ist. Allerdings sagt man, dass der Vierbeiner spätestens ab der 18. Lebenswoche als Junghund gilt. Das ist also mit etwa viereinhalb Monaten. Nun beginnt die weiterführende Erziehung Ihres Labbis.

Diese Zeit unterscheidet sich von der Welpenerziehung, weil der Hund dann in der Pubertät ist. Hier gibt es einige wichtige Dinge bei der Erziehung zu beachten, die beim Welpen noch anders waren.

Der Hund wird reifer

Im Zuge der Pubertät verändert der junge Labbi sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Das bedeutet, dass er reifer, unabhängiger und durchsetzungsstärker wird. Daher kann es sein, dass er sein Herrchen oder Frauchen stärker in Frage stellt als noch als Welpe.

Es ist jedoch ein Fehlschluss, zu behapten, der Hund würde in dieser Phase überhaupt nicht mehr hören. Zumeist gibt es nur dann schwerere Probleme in der Erziehung eines Junghundes, wenn auch schon der Welpe mehr schlecht als recht erzogen wurde. Hat man seinem Vierbeiner von Anfang an klare Regeln aufgestellt, weiß er, dass sein Besitzer konsequent ist. Das wird sich auch mit der Pubertät nicht ändern.

Tipps für die Junghund-Phase

Es ist sinnvoll, eine gute und gewaltfreie Hundeschule mit seinem Vierbeiner zu besuchen, in der es spezielle Junghunde-Gruppen bzw. Junghunde-Trainings (einzeln) gibt. So kann auf eventuelle Probleme individuell eingegangen werden.

Liebevolle Konsequenz ist auch in der Pubertät des Hundes das A und O für die Erziehung. Außerdem sollte man als Hundehalter Verständnis für die „Umbaumaßnahmen“ haben, die in dieser Zeit im Hundegehirn stattfinden. Für Hunde ist die Pubertät emotional genauso anstrengend und verwirrend wie für Menschen. Sollte etwas also mal nicht klappen, nicht verzagen oder gar wütend werden – der Hund macht das nicht aus böser Absicht.

Geduld ist ebenfalls wichtig. Hört der Vierbeiner auf einmal nicht mehr auf ein Kommando, sollte man es einfach noch mal trainieren wie beim ersten Mal, als der Hund es als Welpe gelernt hatte. Wer mit dem Welpen schon einen guten Grundgehorsam hatte, wird hier dann meist mit schnelleren Erfolgen belohnt.

Und zuguterletzt: Viel Lob, wenn der Hund etwas richtig gemacht hat, motiviert Ihren Labbi am besten! Ist er motiviert, wird er den Spaß am Lernen neu entdecken.

No-Gos in der Erziehung (gilt für Labrador Welpen und Junghunde!)

Einige häufige Fehler, die viele Hundehalter bei der Erziehung machen, sollten Sie unbedingt vermeiden. Dann wird nicht nur die Erziehung, sondern auch das Zusammenleben mit Ihrem Hund gleich viel harmonischer sein!

  1. Dauerbeschallung: Sie müssen Ihrem Hund dasselbe Kommando nicht immer wieder und wieder geben. Das untergräbt nur Ihre Autorität. Der Hund sollte beim ersten Mal bereits hören. Beispiel: Wenn Sie immer wieder „Hier“ rufen, weil der Hund zu Ihnen kommen soll, kommt er aber garantiert nicht! Sie sagen ihm nämlich quasi ständig, wo Sie sind (und dass Sie mehr oder weniger sogar auf ihn „warten“).
  2. Schere zwischen Befehl und Emotion: Ein Hund hört auf mehr als nur die Laute, die zum Beispiel das Kommando „Hierher“ formen. Er liest zudem Ihre Mimik, Gestik und vor allem Ihre Emotionen! Diese müssen zum Kommando passen: Sprechen Sie zwar lieb und nett „Hierher“ aus, kochen aber innerlich vor Wut (etwa weil der Hund schon zum 10. Mal nicht hört, siehe Punkt 1), wird Ihr Hund ebenfalls nicht zu Ihnen kommen.
  3. Auf den Lorbeeren ausruhen: Sie dürfen nicht nachlässig werden, wenn ein Kommando einmal „sitzt“. Wenn Sie jetzt inkonsequent sind und sich beispielsweise auch damit begnügen, dass der Hund erst noch an drei Bäumen schnuppert, bevor er auf Ihr „Hierher“ hört, ist die gute Erziehung schnell passé.
  4. Falsches Timing beim Kommando: Ein Kommando zum falschen Zeitpunkt zu geben, verwirrt den Hund nur. Beispiel: Sie rufen „Hierher“, wenn der Hund bereits auf dem Weg zu Ihnen ist. Oder Sie sagen „Gib Pfötchen“, bevor Sie dem Hund die Hand hinhalten, in die er seine Pfote legen soll. Das sind für unsere Hunde leider unverständliche Signale.
  5. Falsches Timing beim Lob: Ihr Hund hat etwas richtig gemacht, Sie wollen ihn dafür belohnen und suchen daher in Ihrer Tasche nach dem Leckerchen. Meist dauert es ein wenig, bis man den kleinen Happen endlich gefunden hat. In der Zwischenzeit hat sich der verfressene Labbi schon vor Sie gesetzt und fängt unter Umständen bereits an zu betteln – und in dem Moment haben Sie endlich die Leckerei gefunden und geben Sie ihm. Damit belohnen Sie dann aber leider nicht mehr das, was der Hund ursprünglich gemacht hat, sondern seine Bettelei! Hier ist also auch das Timing entscheidend. Unser Tipp: Sehr gut timen kann man ein (Futter-)Lob mit dem Clicker. Im Internet gibt es viele Anleitungen dazu, auch gibt es viele Bücher zu diesem Thema zu kaufen.
  6. Nur in bestimmten Situationen konsequent sein: Manche Hundehalter können ein Lied davon singen: In der Hundeschule oder auf dem Hundeplatz hört der Vierbeiner perfekt. Aber zu Hause bzw. beim Gassigang macht er plötzlich, was er will. Was vielen dabei nicht bewusst ist: Hier ist man selbst als Hundehalter meist schuld! Denn oft ist es so, dass wir selbst in der Hundeschule im „Arbeitsmodus“ sind und viel konsequenter mit dem Hund umgehen als zu Hause. Oder wir üben immer nur in der Hundeschule/auf dem Hundeplatz, ohne die Übungen zu Hause zu festigen. Oder wir loben und motivieren den Hund auf Anraten des Trainers in der Hundeschule mit Leckerchen und Spielzeug, wollen das zu Hause aber nicht. In allen drei Fällen denkt der Hund, er müsse nur in der Schule/auf dem Platz „arbeiten“ und zu Hause würden andere „Regeln“ gelten.

Erziehungsfehler beim erwachsenen Labrador korrigieren

Manchmal nimmt man keinen Labrador Welpen, sondern bereits einen erwachsenen Hund bei sich auf. Zum Beispiel wenn er aus dem Tierheim stammt oder man ihn privat von einer anderen Person übernommen hat. Dann kann es gut sein, dass beim vorherigen Besitzer ein paar Fehler in der Erziehung gemacht wurden. Oder Sie selbst haben bei Ihrem Welpen die ein oder andere Sache aus verschiedenen Gründen nicht ganz hinbekommen. Das kommt vor und ist nicht schlimm! Aber da unerwünschtes Verhalten bei einem so großen Hund wie dem Labbi anstrengend und mitunter gefährlich ist (zum Beispiel Anspringen), haben wir hier einige Tipps für Sie, wie Sie Erziehungsfehler beim erwachsenen Labrador korrigieren können.

(Diese Tipps ersetzen natürlich kein professionelles Hundetraining. Haben Sie schwerwiegende Probleme mit Ihrem Labrador, sollten Sie unbedingt eine gute Hundeschule oder einen speziellen Hundetrainer um Hilfe bitten! So können die Experten individuell auf Ihren Hund eingehen.)

Nicht stubenrein

Hunde, die im Tierheim aufgewachsen sind, sind nicht immer perfekt stubenrein. Das kann verschiedene Gründe haben, etwa weil der Wurf sehr groß war und es keine Zeit blieb, mit allen Welpen zu üben, oder weil der Hund dort sehr unter Stress stand. Auch bei anderen Vorbesitzern kann es sein, dass der Labrador nicht stubenrein ist, etwa wenn er im Zwinger gehalten wurde.

Ist Ihr erwachsener Labrador nicht stubenrein, müssen Sie quasi wie beim Leben vorgehen: Beobachten Sie ihn genau! Setzt er zum „Geschäft“ an, schnappen Sie ihn sich sofort und bringen Sie ihn nach draußen. Da man einen ausgewachsenen Labbi nicht wie den Welpen schnell auf den Arm nehmen kann, sollte der Hund während dieser Zeit immer ein Halsband oder Geschirr im Haus tragen, damit Sie ihn schnell nach draußen führen können. Regelmäßige Spaziergänge und „Garten-Zeiten“ (in denen der Hund also zum Lösen in den Garten gelassen wird) helfen dem Hund dabei, zu erkennen, dass er genug Möglichkeiten des Lösens hat und nicht drinnen „machen“ muss.

Hilft das alles nicht, sollten Sie ansonsten zum Tierarzt gehen. Womöglich steckt nämlich eine Krankheit hinter dem „Fehlverhalten“! Beim Cushing beispielsweise trinken Hunde extrem viel und haben daher auch viel häufiger das Bedürfnis, Wasser zu lassen. Stellt der Tierarzt keine Erkrankung fest, müssen Sie überlegen, ob vielleicht etwas passiert ist, was dem Hund Angst gemacht hat und ob er vielleicht deswegen unsauber ist. Hier hilft wieder nur genaue Beobachtung und gutes Einfühlungsvermögen.

Anspringen

Wenn Ihr 40 kg schwerer Labbi Sie – oder Gäste – anspringt, findet das kaum ein Betroffener lustig. Gerade bei Kindern oder älteren Personen kann das sogar gefährlich werden, wenn der oder die Angesprungene stürzt.

Um das Anspringen zu vermeiden, hilft vor allem eins: Langeweile! Das bedeutet, dass Sie Ihren Hund ignorieren, wenn er Sie oder andere anspringt. Denn er möchte damit Aufmerksamkeit. Entziehen Sie ihm diese, wird ihm sein Verhalten selbst schnell langweilig werden. Auch wenn Sie nach Hause kommen, sollten Sie Ihren Hund eher beiläufig und keineswegs freudig und laut rufend begrüßen. Dies ermuntert ihn nur zum Anspringen. Das gleiche gilt für Besuch: Ihre Gäste sollten den Hund am besten gar nicht beachten. Sie können ihn auch auf seinen Platz schicken. Dabei sollten Sie aber auch darauf achten, dass Sie dabei ruhig und gelassen bleiben und keinesfalls sauer auf Ihren Labbi werden. Sonst sieht er das Auf-den-Platz-Gehen als Strafe, was es nicht sein soll. Das Schicken sollte so beiläufig und „normal“ sein, dass Sie Ihren Hund dafür auch nicht loben. Denn: je mehr Langeweile bei dem „Prozedere“, desto uninteressanter wird das Anspringen für Ihren Labrador.

Bei besonders hartnäckigen Hunden kann es eine Weile dauern, bis dieses Training hilft. Hier brauchen Sie Ausdauer und Konsequenz!

Unruhe beim Alleinbleiben

Ein Hund sollte ab und zu allein bleiben können, ohne zu bellen, zu jaulen oder die Wohnung auseinanderzunehmen. Das muss jedoch meist erst konsequent trainiert werden. Hunde, die unter Trennungsangst leiden, z. B. durch den plötzlichen Tod des Vorbesitzers, oder die es im Tierheim nie gelernt haben, komplett allein zu bleiben, wollen jedoch partout nicht ruhig auf Herrchen oder Frauchen warten.

Hier gilt es, ganz klein anzufangen und sich nur in winzigen Schritten zu steigern! Beginnen Sie beispielsweise damit, den Hund nur für eine oder ein paar Minuten in einem Raum allein zu lassen, während Sie in einem anderen sind. Dann kommen Sie wieder zurück. Dabei sollten Sie sich ganz natürlich verhalten! Sie sollten Ihren Labbi also nicht begrüßen, wenn Sie wieder in den Raum kommen. Es muss für ihn etwas ganz Alltägliches werden, dass Sie mal kurz (oder später auch etwas länger) nicht bei ihm sind.

Bei besonders am Menschen „klebenden“ Labbis sollte man sogar noch kleiner beginnen: Sie können beispielsweise beim Abnehmen der Wäsche jedes einzelne Kleidungsstück separat ins Schlafzimmer bringen. Schließen Sie auf jeden Fall die Tür hinter sich, damit Sie wirklich räumlich von Ihrem Hund getrennt sind. Das Verstauen der Socke oder des Pullis dauert nur ein paar Sekunden. Jault Ihr Hund sofort los, sind Sie ja auch sofort wieder zurück. Auch hier: Begrüßen Sie ihn nicht, ignorieren Sie ihn am besten. Machen Sie das mit jedem Kleidungsstück. Es wird sicher eine Weile dauern, aber hier ist Ausdauer ebenfalls sehr wichtig.

Der Hund geht nicht bei Fuß

Es gibt viele Hunde, die nicht bei Fuß gehen wollen und viel an der Leine ziehen. Meist liegt das daran, dass das Kommando „Bei Fuß“ nicht richtig trainiert wurde. Denn viele Menschen sagen oftmals erst „Bei Fuß“, wenn der Hund schon an der Leine zieht. Somit ist es eher eine Ermahnung als ein Kommando. Außerdem verknüpft der Hund dann eher die gespannte Leine mit dem Kommando als das, was er eigentlich tun soll. Daher müssen Sie Ihren Hund immer wieder loben, wenn er bei lockerer Leine läuft. So lernt er überhaupt, dass das das richtige Verhalten ist!

Wichtig ist auch, dass man das Kommando „Bei Fuß“ mit einem Freigabe-Signal auflöst. Viele Hundehalter rufen ihren Hund zwar bei Fuß, doch sie geben kein Signal, dass er wieder frei laufen darf. Meist ist es stattdessen so, dass Herrchen oder Frauchen irgendwann unaufmerksam ist und der Hund sich von allein „freimacht“ und irgenwo schnuppern geht. Das untergräbt jedoch das eigentliche Kommando. Mit einem Signal wie „Und lauf!“ können Sie Ihrem Hund klar zeigen, dass das Kommando „Bei Fuß!“ nun vorbei ist und er wieder toben darf. Das hilft Ihrem Labrador enorm dabei, das Kommando richtig zu verstehen und umzusetzen.

 

Die passende Labrador Beschäftigung

Wie viel Auslauf braucht mein Labrador Welpe?

Die Frage, wie viel Auslauf ein Labrador hat, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn dabei kommt es auf viele verschiedene Faktoren an. Am wichtigsten dabei sind das Alter und der Gesundheitszustand des Labbis. Schließlich kann man auch mit einem Kleinkind keine große Wanderung starten und mit einem chronisch kranken Menschen meist auch nicht – das Gleiche gilt für unsere Vierbeiner.

Der Labrador Welpe braucht also anfangs weniger Auslauf als ein erwachsener Hund. Es ist tatsächlich so, dass man junge Hunde eher zu viel als zu wenig bewegen kann. Überlastet man sie in jungem Alter, sind später Gelenkserkrankungen vorprogrammiert.

Es gibt eine Faustregel für Welpen: Die Zeit der gesamten Spaziergänge pro Tag (wichtig: nicht für einen Spaziergang allein!) sollte pro Tag nicht mehr als fünf Minuten pro Lebensmonat betragen.

Beispiel: Ihr Labrador Welpe ist 2 Monate alt, also darf er 10 Minuten am Tag spazieren gehen (2 x 5 = 10). Ist Ihr Labbi 4 Monate alt, darf er schon 20 Minuten am Tag draußen herumtoben (4 x 5 = 20).

Wichtig: Zu dieser Zeit muss man auch das Spielen und Toben mit dem Labrador Welpen rechnen! Es geht also nicht, dass man mit einem zwei Monate alten Welpen zwar nur 10 Minuten pro Tag spazieren geht, aber dann den Rest des Tages mit ihm Ball spielt oder Ähnliches. Das ist nämlich wiederum eine zu große Belastung für den kleinen Körper. An diese Regeln sollte man sich als Hundehalter auf jeden Fall halten, damit der Labrador gesund aufwachsen kann. Denn je schonender man anfangs mit seiner Fellnase umgeht, desto geringer ist später das Krankheitsrisiko.

Und der erwachsene Labrador?

Ist der Labrador mindestens ein Jahr alt, sieht die Welt schon anders aus. Jetzt ist er ein Junghund und die wichtigsten Wachstumsprozesse hat er hinter sich. Aber Achtung: Labradore gehören zu den Rassen, die sich langsam entwickeln! Daher ist ein Labbi mit einem Jahr noch nicht komplett ausgewachsen und man darf ihn ebenfalls nicht überfordern.

Man sagt, dass der erwachsene Labrador etwa zwei Stunden täglich Auslauf bzw. Beschäftigung benötigt. Das muss und soll nicht unbedingt an einem Stück geschehen, sondern lieber in kürzeren Runden. Hat man zum Beispiel am Wochenende mehr Zeit für größere Touren, sollte mindestens ein Mal pro Stunde eine Pause für Hund (und Mensch) eingelegt werden. Bei Labbis eignen sich als ideale Pausen-Plätze Orte am Wasser. So können sie in der Pausenzeit ein Bad in ihrem geliebten Element nehmen. Gerade bei warmen Temperaturen ist das eine wahre Wohltat für den Vierbeiner.

Wie sieht der perfekte Spaziergang für meinen Labrador aus?

Immer nur die gleiche Runde zu drehen, ist irgendwann stinklangweilig. Für den Hund ist die gleiche Route so, als wenn Sie jeden Tag die gleiche Zeitung lesen müssten: Anfangs noch interessant und auch beim zweiten oder dritten Lesen fallen einem noch interessante Punkte auf. Aber danach wird es langweilig. Auch der Hund kennt irgendwann jeden Baum und jeden Stein auf der „Runde um den Block“ auswendig. Genauso wie die Gerüche der anderen Hunde aus der Nachbarschaft – Abwechslung sieht anders aus.

Daher sollte man mit seinem Labrador auch mal an andere Orte fahren, wo er Neues entdecken kann. Für viele ist das im Alltag, wenn man arbeiten geht, natürlich nicht so einfach möglich. Aber es gibt viele Wege, zum Beispiel die morgendliche Gassi-Runde vor der Arbeit interessanter zu gestalten: Etwa mit kleinen Spielen und Gehorsamkeitsübungen zwischendurch. Oder indem man Leckerchen oder Spielzeug versteckt und der Vierbeiner auf die Suche gehen muss. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt! Das lastet den Hund besser aus als einfach nur neben Herrchen oder Frauchen herzulaufen.

Ein positiver Nebeneffekt: Wenn Ihr Labrador merkt, dass bei Ihnen immer „Action“ ist bzw. etwas Spannendes, Tolles passiert, ist er mit seiner Aufmerksamkeit auch draußen immer bei Ihnen. So hört er automatisch besser auf Ihre Kommandos und wird sich weniger für andere Spaziergänger, Hunde, Radfahrer usw. interessieren.

Ein einfacher Begleiter ohne Arbeit?

Auslauf an sich ist aber trotzdem oftmals noch nicht genug Beschäftigung für den Labrador. Schließlich darf man nie vergessen, dass dieser Hund ursprünglich ein Jagd- und somit ein Arbeitshund war. Zwar war seine Aufgabe nie, aktiv ein anderes Tier zu jagen und zu reißen, sondern neben dem Jäger zu warten und das geschossene Tier zu apportieren. Deswegen orientiert er sich auch als Familienhund gut am Menschen. Aber dennoch bleibt er ein Arbeitshund und muss daher ausreichend Beschäftigung bekommen! Der Glaube, dass der gutmütige Labbi als perfekter Familienhund „mal eben nebenherläuft“ und sich quasi selbst erzieht und beschäftigt, ist daher falsch.

Als etwas „untypischer“ Jagdhund, eben als Helfer des Jägers, ist der Labrador geduldig und selten aggressiv. Träge und unsportlich ist er dabei aber bei Weitem nicht! Und auch ein Labrador benötigt eine gute Erziehung sowie eben genügend artgerechte, oder eher rassegerechte, Beschäftigung. Ansonsten kann eine Unterforderung entstehen, die wiederum unerwünschtes Verhalten nach sich zieht.

Schöne Sportarten für den Labrador

Wenn der Labrador Welpe also erstmal groß geworden ist und die Grunderziehung genossen hat, kann man langsam anfangen, ihn aktiver zu beschäftigen. Dabei muss man natürlich das Entwicklungsstadium des Hundes im Blick behalten. Sportarten bzw. tolle Beschäftigungsmöglichkeiten für den Labrador sind beispielsweise Agility, Flyball oder Obedience.

Auch Fährten- und Nasenarbeit macht den Labbis großen Spaß. Diese Arbeit darf man nicht unterschätzen: Zwar bewegt sich der Hund dabei weniger, als wenn man beispielsweise jeden Tag lange mit ihm joggen geht. Aber weil er sich sehr stark konzentrieren muss, ist die Arbeit sehr anstrengend für ihn und dadurch ist er am Ende des Tages auch gut ausgelastet und müde. Vor allem Hunde, die an HD oder ähnlichen Gelenkskrankheiten leiden (bei Labbis leider keine Seltenheit), profitieren von dieser schonenden, aber sinnvollen Beschäftigung! Intelligenzspielzeuge und Clickertraining sind ebenfalls gute Beschäftigungen für den Labrador, besonders wenn er sich durch eine Erkrankung zeitweise nicht so viel bewegen darf.

Übrigens: Weil Labradore so intelligent sind und gern lernen, eignen sie sich auch hervorragend als Blinden-, Therapie-, Rettungs- und Spürhunde!

Der größte Spaß für unsere Labbis: Dummytraining und Apportieren!

Womit Sie Ihren Labrador aber so richtig glücklich machen und gleichzeitig perfekt auslasten können, ist die Dummyarbeit bzw. das Apportieren von Dummys (oder anderen Gegenständen). Denn dafür wurde die Rasse ursprünglich gezüchtet: Labradore apportierten bei der Jagd z. B. geschossene Enten und brachten sie zum Jäger zurück. Deswegen heißt die Rasse auch mit ganzem Namen Labrador Retriever (engl. „to retrieve“ = wiederfinden, zurückholen).

Was ist ein Dummy?

Ein Dummy, übersetzt etwa „Attrappe“, ist ein kleines Säckchen, meist mit Kunststoffkügelchen gefüllt. Es gibt Dummys in verschiedensten Größen und Gewichten. Standard ist meist eine längliche Rolle mit etwa 500 g Gewicht. Sie simulieren vom Gewicht und der Festigkeit her die erlegte Beute, die der Hund zurückbringen soll. Meist waren das Wildenten, daher können viele Dummys auch schwimmen. So kann der Hund sie auch aus dem Wasser apportieren. Für die Wasserratte Labrador ist das ideal.

Es gibt zudem auch Dummys, die man noch mit Futter befüllen kann, um dem Hund das Apportieren wortwörtlich schmackhafter zu machen. Da unsere Labbis aber ohnehin eine Neigung zum Apportieren haben, ist das bei ihnen meist nicht notwendig.

In der Regel haben Dummys an einer Seite ein Band, damit man die Attrappe mit viel Schwung möglichst weit werfen kann.

Mit dem Dummy lassen sich sehr viele Übungen und Spiele durchführen. Beispielsweise kann man den Dummy werfen und der Hund muss so lange warten mit dem Hinterherlaufen, bis man ihm das Signal gibt (stärkt auch die Erziehung!). Oder man versteckt den Dummy und der Hund muss ihn suchen (gute Nasenarbeit, die zusätzlich auslastet). Zudem kann man immer wieder das Umfeld ändern: Auf dem Feld, im Wald, im Wasser oder im Gebüsch. So bleibt das Dummytraining immer spannend.

Labradore und Wasser

Für ein glückliches Labrador-Leben ist es zudem wichtig, dass Sie mit Ihrem Labbi immer mal wieder Wasser aufsuchen. Wer am Meer, in der Nähe eines Sees oder Flusses wohnt, hat also einen dicken Bonus als Labrador-Besitzer. Aber auch Stadtmenschen schaffen es sicherlich zumindest am Wochenende, mal an einen See oder Teich zu fahren oder in einem Wald spazieren zu gehen, in dem es kleine Bachläufe gibt.

Labradore sind ausgemachte Wasserratten, was ebenfalls in ihrer Zuchtgeschichte und ihrem ursprünglichen Einsatzgebiet begründet liegt. Sie apportierten vor allem Wasservögel wie Enten und Gänse, die die Jäger erlegt hatten. Daher sind sie auch meist von Natur aus gute und freudige Schwimmer.

Übrigens: Der Labrador hat sogar Schwimmhäute zwischen den Zehen! Die feinen Häutchen helfen ihm, im Wasser schneller voranzukommen.

Ein Labrador in der Wohnung – geht das?

Unsere Labradore sind relativ große Hunde. Klar, der Labrador Welpe ist erstmal noch klein und niedlich – aber das anfangs winzige Fellknäuel kann schließlich bis zu 57 cm groß und bis zu 40 kg schwer werden! Daher fragen sich viele Labrador Fans und Halter, ob sie ihren Labbi überhaupt in ihrer Wohnung halten können. Denn nicht jeder Hundefreund hat das Glück, ein Haus mit Garten zu haben – idealerweise auch noch auf dem Land mit kilometerweiten Feldern und Wäldern rundum. Sollte ich also lieber auf einen Labrador Welpen verzichten, wenn ich kein Haus habe?

Darauf können wir guten Gewissens antworten: Nein, das muss nicht sein! Wer in seiner Wohnung ein gemütliches Hundekörbchen, Hundesofa o. Ä. für seinen Hund einrichten kann, ohne dabei in Platznot zu geraten, hat in der Regel auch ausreichend Platz für den dazugehörigen Vierbeiner. Auch wenn man keinen Garten bzw. kein Gartenabteil hat, ist das kein Hindernis, um sich einen Hund dieser tollen Rasse anzuschaffen.

Denn an und für sich sollte die Wohnung oder das Haus ohnehin eher eine Art „Ruheraum“ für den Labrador sein. Natürlich kann man auch mit passendem Spielzeug, kleinen Suchspielen oder Trick-Übungen seinen Hund in der Wohnung zum Spielen animieren und ihn beschäftigen. Wenn man seinem Labrador aber genügend Auslauf und Beschäftigung draußen bietet, also lange Spaziergänge macht, ihn im Wasser planschen lässt (die Lieblingsbeschäftigung der Labbis!) oder Dummytraining macht (als Apportierhund die zweitliebste Beschäftigung unserer Labradore), wird er in der Wohnung zufrieden auf seinem Platz schnarchen.

Gerade beim Labrador Welpen kann man natürlich auch viele Elemente der Erziehung in der Wohnung üben. Weil ein kleiner Welpe noch nicht so viel laufen und toben sollte (siehe oben: „Wie viel Auslauf braucht mein Labrador Welpe?“), ist dafür die ruhige Umgebung der eigenen vier Wände sogar eher geeignet als beispielsweise die bekannte Hundewiese, auf der der Winzling schnell verleitet wird, mit anderen Hunden zu spielen – und sich dabei zu verausgaben.

Vorsicht, Rute!

Unabhängig davon, ob man nun in einem riesigen Haus oder einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt, gibt es einiges zu beachten, wenn man einen Hund in der Größe eines Labradors halten will. Denn alle Hunde, die genauso groß bzw. größer sind als der gängige Couchtisch, können schnell mal unbeabsichtigt die Deko vom Tisch fegen, etwa wenn sie mit dem Schwanz wedeln. Auch sollte man sich ganz objektiv fragen, ob die Kanten der Couch- und Beistelltische etc. womöglich zu scharf sind. Schließlich tut es dem Hund weh, wenn er mal nicht richtig aufpasst und dagegen stößt. Besondere Vorsicht ist bei Glastischen geboten, die im schlimmsten Fall zerspringen können.

Gefahren für den Labrador Welpen

Welpen lieben es, auf allem herumzukauen, besonders wenn sie zahnen. Da bildet auch der Labrador Welpe keine Ausnahme. Daher ist es wichtig, schon vor Einzug des kleinen Hundekindes darauf zu achten, alle Kabel hundesicher zu verstecken. Weil Welpen auch gern alles mit der Nase erkunden und selbige überall reinstecken, ist es sinnvoll, Kindersicherungen an den Steckdosen anzubringen. Herabhängende Tischdecken sollte man lieber entfernen, besonders wenn Deko oder das Abendessen auf dem Tisch steht: Zieht der Welpe am Tuch, landet ihm alles auf dem kleinen Hundeköpfchen. Türen kann man mit einem Hundegitter sichern, das gilt ebenso für eventuell vorhandene Treppen (im mehrgeschossigen Haus oder in einer Maisonette-Wohnung).

Apropos Treppen …

Gerade der Labrador Welpe sollte keine Treppen steigen müssen. Zum einen besteht bei tapsigen Welpen die Gefahr, dass sie abstürzen. Zum anderen ist das Treppensteigen vermutlich ungesund für Knochen, Sehnen und Gelenke, besonders in der Wachstumsphase. Daher sollte man den Welpen immer die Treppen hoch- und runtertragen.

Das ist auch die einzige Überlegung, die gegen den Labrador in der Wohnung spricht: Wenn man in einem hohen Stockwerk wohnt und es keinen Aufzug gibt. Natürlich kann ein ausgewachsener Hund die Treppen problemlos benutzen, auch wenn man beispielsweise im 4. Stock wohnt. Aber es stellt sich die Frage, ob das so gut für das Tier ist, wenn es diesen Gang mehrmals täglich zum Lösen und zur großen Gassi-Runde gehen muss. Außerdem ist der geliebte Vierbeiner irgendwann alt, eventuell auch mal krank oder verletzt – die Treppe verschwindet dann ja aber nicht einfach. Es macht schließlich einen Unterschied, ob der Hund die Treppe nicht benutzen soll oder schlichtweg nicht kann. Und einen 30 kg schweren Labbi hoch- und runterzutragen, möchte man sicherlich auch nicht jeden Tag.

Fazit zum Labrador in der Wohnung

Die Größe der Wohnung ist gar nicht unbedingt entscheidend. Viel wichtiger ist die Lage! Damit sind vor allem Treppenstufen gemeint, also das Stockwerk, in dem man wohnt. Denn einen ausgewachsenen Chihuahua kann man problemlos tagtäglich „unter den Arm klemmen“, wenn man hoch und runter muss, mit dem Labbi wird das aber irgendwann schwierig. Außerdem ist wichtig, wie viel Zeit man für den Hund hat: Kann man den Labrador nicht ausreichend beschäftigen, ist es natürlich schöner für den Hund, wenn man einen Garten hat, in dem er auch mal toben kann, während Herrchen oder Frauchen was anderes macht. Solange der Labbi aber gut ausgelastet wird, spricht nichts gegen die Haltung in einer (kleinen) Wohnung!

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