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Der Labrador Retriever (kurz immer nur Labrador oder auch gern „Labbi“ genannt) zählt weltweit zu den beliebtesten Hunderassen. Wenn Sie sich einen Labrador Welpen dieser tollen Rasse anschaffen wollen, sind Sie hier bei uns genau richtig. Denn hier auf Labrador-Welpe.de dreht sich alles rund um die Hunderasse Labrador. Ob Labrador Welpe kaufen oder aktuelle Informationen zur Hunderasse selbst, zur Labrador Herkunft & Geschichte, Gesundheit & Labrador Krankheiten, Erziehung, Labrador Hundesteuer, Labrador Versicherung und einem Labrador Züchter Verzeichnis.

Labrador Steckbrief

Name: Labrador Retriever
Ursprüngliche Herkunft: Großbritannien
FCI Gruppe: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Größe (): bis zu 57 cm
Größe (): bis zu 55 cm
Gewicht () : 30 – 40 kg
Gewicht () : 25 – 34 kg
Labrador Lebenserwartung: 10 – 13 Jahre
Wurfgröße: 6 bis 9 Welpen
Fellfarbe: schwarz, gelb (hellcreme bis fuchsrot), schokoladenbraun
Fellart und -länge: dicht und kurz
Charakter / Wesen: freundlich, aufgeschlossen, intelligent
Haltung: benötigt viel Auslauf und geistige Beschäftigung; Begrenzung der Futtermenge, da Labradore leicht zu Übergewicht neigen

Wissenswertes zur Herkunft und Geschichte

Labrador Jagdhund
Ist ein Labrador ein Jagdhund?

Die Vorfahren dieser Rasse stammen von der kanadischen Ostküste. Ihren Namen hat sie von der Labrador-Halbinsel erhalten. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts züchtete man den Labbi verstärkt in England, wo er auch zum ersten Mal die Bezeichnung „Labrador Retriever“ bekam. „Retriever“ sind alle Jagdhunde, die das vom Jäger geschossene Wild apportieren. Eng verwandt ist dieser Hund mit dem Neufundländer. Aber im Gegensatz zu diesem ist er kleiner und leichter. Außerdem hat er eher die Aufgabe, abgetriebene Fische (oder Fischernetze) zurückzubringen und bei der Jagd zu helfen. Deswegen ist dieser Hund auch so wasserafin. Der Neufundländer wurde auch für die Jagd auf Fische genutzt, jedoch zog er – anders als die Labradore – auch schwere Schlitten und kam bei der Wasserrettung von Personen zum Einsatz.

Labradore züchtete man lange Zeit hauptsächlich auf ihre jagdlichen Eigenschaften hin. 1870 wären sie beinahe ausgestorben. Unsere Labbis heutzutage gehen wahrscheinlich alle auf einen Hund zurück (Avon, geboren 1885).

Zuerst war nur die Farbe Schwarz anerkannt, danach folgte 1899 Gelb. Der englische Kennel Club (Dachverband der britischen Hundezüchtervereine) erkannte die Labradore 1903 als eigenständige Rasse an. Bei Ausstellungen gab es viele Erfolge für die Rasse zu verzeichnen, deswegen wuchs die Zucht zu dieser Zeit wieder stark an. Später entwickelten sich auch noch zwei unterschiedliche Linien: die Labrador Showlinie (kompaktere Statur) und die Labrador Arbeitslinie (leichterer Körperbau).

Der braune Labrador kam zwar bereits ab und zu schon vor, aber richtig anerkannt wurde diese Zuchtfarbe erst 1961. Damit sind die auch heute anerkannten Farben komplett: schwarz, gelb und schokoladenbraun.

Zu heutigen Zeiten gilt der Labrador Retriever als beliebteste Hunderasse in Großbritannien und den USA. In Deutschland rangiert er auf Platz 4 der Welpenstatistik – er ist also der vierthäufigste Hund hierzulande.

Als ältester Labrador soll Hündin Bella aus Großbritannien stolze 29 Jahre alt geworden sein.

SchäferhundDackelDrahthaarLabradorGolden RetrieverPudelBoxer
Platz 1Platz 2Platz 3Platz 4Platz 5Platz 6Platz 7

Das Wesen des Labradors

In einem Labrador Steckbrief darf natürlich auch die Beschreibung des Wesens nicht fehlen! Die Labrador Charaktereigenschaften können wie folgt beschrieben werden:

  • gutmütig und freundlich
  • Menschen und seiner Umwelt gegenüber aufgeschlossen und neugierig
  • Der Labrador hat einen ausgeprägten Willen zu gefallen (engl. „will to please“)
  • geduldig und ausgeglichen
  • große Liebe zum Wasser und fürs Apportieren

Man darf sich von der ruhigen Ausstrahlung eines Labrador Retrievers jedoch nicht täuschen lassen: Als Jagdhund ist er ein Arbeitshund! Das bedeutet, dass er sehr viel körperliche und geistige Auslastung bzw. Beschäftigung braucht, um gesund und glücklich zu sein.

Aussehen und Erscheinungsbild

Labrador Fellfarben
Labrador Fellfarben

Ist der Labrador Welpe ausgewachsen, sollen laut Rassestandard Rüden 56 bis 57 cm, Hündinnen 54 bis 56 cm groß sein. Die Labrador Fellfarben wurden weiter oben im Steckbrief bereits beschrieben. Ein kleiner weißer Brustfleck ist bei allen drei Standardfarben erlaubt.

Labradore sind kräftig gebaut und gut bemuskelt. Sie haben eine sogenannte „Otterrute“: Die Rute heißt so, weil sie mit ihrem breiten Ansatz und dem immer schmaler werdenden Verlauf sowie der dichten Behaarung an den Schwanz eines Otters erinnert.

Der Labbi hat kurzes, aber dichtes Fell. Darunter „trägt“ er noch eine wasserdichte Unterwolle. Die Ohren sind mittelgroß, sind weit hinten angesetzt und werden dicht am Kopf getragen.

Heutige Verwendung

Auch heute nutzen viele Jäger den Labrador als Jagdhund. Doch weil er so gelehrig, aufmerksam und menschenbezogen ist, findet er auch Verwendung in zahlreichen anderen „Arbeitsbereichen“: Etwa als Blinden- oder Therapiehund ist der Labbi ebenfalls gern gesehen. Beliebt ist er aber vor allem als Familien- und Begleithund. Dabei sollte man abver nicht vergessen, dass der Labbi gefördert und gefordert werden möchte! Als Wachhund und Schutzhund ist er nicht geeignet.

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Die Pflege des Labradors

Ein Labrador Welpe sollte frühzeitig an eine sachgemäße Pflege herangeführt werden, damit er sich alles erforderliche auch im erwachsenen Alter gefallen lässt.

Die Labrador Fellpflege

Ein kurzes und glattes Fell macht die Labrador Fellpflege bei dieser Rasse zum Glück sehr einfach! Eine sehr aufwendige Fellpflege wie bei langhaarigen Rassen (zum Beispiel einigen Collies oder Yorkshire Terriern) ist nicht notwendig. Auch muss der Labbi nicht zum Hundefriseur. Das spart Zeit und Geld!

Dennoch sollte man seinen Labrador regelmäßig bürsten. Das reicht etwa ein bis zwei Mal pro Woche. So verteilen sich auch weniger lästige Hundehaare in der Wohnung oder im Haus. Das macht man am besten mit einer weichen Noppenbürste. Im Fachhandel gibt es zudem spezielle Bürsten, die extra für kurzes Fell hergestellt wurden.

Unser Tipp: Mit einem Noppenhandschuh kann auch ein Labrador Welpe spielerisch und einfach an die Fellpflege gewöhnt werden! So wird er das Bürsten auch als erwachsener Hund als etwas Positives empfinden. Beispielsweise kann man den Welpen anfangs mit dem Handschuh massieren und erst langsam anfangen, ihn damit am ganzen Körper zu bürsten. Später kann man dann auf eine „richtige“ Bürste umsteigen, wenn man möchte.

Muss man den Labrador baden?

Labrador Fellpflege Nein, im Normalfall ist es nicht nötig, den Hund regelmäßig in die Badewanne oder Dusche zu stecken. Wenn man den Labbi dennoch badet, etwa weil er sich im Matsch/in einer Pfütze gewälzt hat (Labbis gehen gern ins Wasser, daher kann das durchaus passieren!), sollte man aber unbedingt aufs Shampoo verzichten, auch wenn es ein spezielles Hundeshampoo ist! Der Grund dafür: Die Substanzen des Shampoos beeinflussen die wasserabweisenden Eigenschaften des Fells, insbesondere der Unterwolle, zum Negativen. Das Shampoo zerstört den wichtigen „Schutzfilm“, der von den sogenannten Talgdrüsen produziert wird und sich um die Haare legt. Wenn der Hund dann das nächste Mal schwimmen geht, wird er bis auf die Haut nass – und dann kann er sich schnell erkälten!

Den Labrador bei größerem Dreck also mit lauwarmem, klarem Wasser abzuduschen, reicht also völlig aus. Wenn der Dreck sehr hartnäckig ist, nur eine kleine Menge Shampoo nehmen. In der Regel gilt: Nicht öfter als vier Mal pro Jahr sollte man einen Labbi mit Shampoo waschen!

Achtung, Labrador Fellwechsel!

Zwei Mal im Jahr (im Frühjahr und im Herbst) steht beim Labrador der Fellwechsel an. In dieser Zeit verliert er mehr Haare als sonst, sodass man dann etwas mehr Zeit in die Fellpflege investieren sollte. Ein Schuss Lachsöl im Futter kann helfen, den Labrador Fellwechsel voranzutreiben. Denn dieser ist für den Organismus des Hundes recht anstrengend, weswegen er sich über Unterstützung freut! Im Fachhandel gibt es noch weitere Futterzusätze, die man seinem Liebling unterstützend anbieten kann.

Wichtig: Die Labbi-Pfoten

Besondere Aufmerksamkeit sollte man zudem den Pfoten seines Labradors schenken, gerade im Winter. Hier brauchen eigentlich fast alle Hunde etwas mehr Pflege. Denn Streusalz lässt die Ballen spröde und rissig werden, das gleiche gilt für Split, mit dem ebenfalls häufig Wege gestreut werden. Gegen das Salz hilft Abspülen mit warmem Wasser, gegen Split und Steinchen (die übrigens auch im Sommer auf Schotterwegen in Feld und Wald lauern) nur eine gründliche Untersuchung der Pfoten nach dem Spaziergang.

Im Winter freuen sich die Pfötchen unserer Vierbeine zudem auch über regelmäßiges Eincremen mit Vaseline oder Melkfett, um die Haut geschmeidig zu halten. Ist der Hund auch im Sommer viel auf steinigem und hartem Boden unterwegs, kann man das auch gern im Sommer machen!

Ein wahrlich „dickes Fell“

Da Labradore so eine dichte Unterwolle haben, macht ihnen Kälte in der Regel weniger aus als beispielsweise Dobermännern oder Rhodesian Rigdebacks, denen diese Fellschicht fehlt. Dennoch sollte man seinen Hund natürlich nicht allzu lange draußen in der Kälte lassen – wenn Sie also im Winter einkaufen, lassen Sie den Hund lieber im warmen Zuhause als im Kofferraum des Autos. Auf einem Spaziergang im Schnee benötigt ein gesunder Labbi keinen Hundemantel. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel! Das gilt vor allem als Labrador Welpe, Labrador Senior oder durch Krankheit geschwächte Labbis. Auch Labbis mit Haut- und Fellproblemen können auf Kälte empfindlicher reagieren. Beobachten Sie Ihren Hund genau – meist zeigen die Tiere mit ihrem Verhalten, ob sie frieren oder sich wohlfühlen.

Durch die Unterwolle ist der Labrador übrigens „wasserdicht“: Zwar wird beim Sprung in den Teich das Deckhaar nass, doch die Unterwolle mit ihrer Schutzschicht schützt die Haut davor, nass zu werden. Labradore hat man absichtlich so gezüchtet, da sie als Jagd- und Apportierhunde früher häufig geschossene Enten und andere Tiere aus dem Wasser holen mussten. Da brauchten sie natürlich ein „passendes“ Fell.

Labrador Ohrenpflege

Eine gute Ohrenpflege ist das A und O, um Krankheiten wie schmerzhaften Ohrentzündungen vorzubeugen! Durch die Hängeohren des Labbis sammelt sich häufig viel Ohrenschmalz darin, das man entfernen sollte. Das geht ganz einfach mit einem weichen Tuch oder Lappen. Auch hier gilt: Je eher man ihn als Labrador Welpe daran gewöhnt, desto besser lässt er es sich auch als ausgewachsener Hund gefallen.

Labrador Ohrenpflege

Eine weitere Pflege ist bei einem gesunden Labrador nicht notwendig. Sie sollten aber die Labrador Ohrenpflege gut im Blick behalten und bei Anzeichen einer Labrador Ohrenentzündung lieber einen Tierarzt aufsuchen:

  • Schwarz-bräunliches Sekret (dies kann auf einen Befall mit Ohrmilben hinweisen)
  • Heiße Ohren
  • Gerötete Ohren (innen)
  • Ständiges Kopfschütteln
  • Ständiges Kratzen oder Reiben an den Ohren
  • Unangenehme Gerüche aus dem Hunde-Ohr
  • Wenn Ihr Labrador nicht mehr am Kopf/den Ohren angefasst werden möchte

Wann ist mein Labrador Welpe geschlechtsreif?

Die Labrador Gechlechtsreife setzt wie bei allen größeren Hunderassen in der Regel später ein als bei kleinen Rassen wie z. B. dem Yorkshire Terrier. Außerdem spielt das Geschlecht selbst noch eine Rolle, wenn es darum geht, wann die „Pubertät“ bei Ihrem Labrador beginnt!

Rüden sind hier deutlich schneller als Hündinnen: Rüden werden zwischen ihrem fünften und achten Lebensmonat schon geschlechtsreif. Das erkennen Sie als Besitzer daran, dass Ihr Rüde anfängt, Interesse an Hündinnen zu zeigen, die ersten Aufspringversuche unternimmt und damit beginnt, sein Revier zu markieren. Ein weiteres Indiz ist, dass der kleine Rüde beim Pinkeln sein Beinchen hebt (die meisten Welpen machen das noch „im Sitzen“, egal welches Geschlecht sie haben). Ab jetzt ist Vorsicht geboten, wenn Ihr Rüde mit Hündinnen spielt, damit kein „Malheur“ passiert!

Bei Hündinnen beginnt die Geschlechtsreife zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat. Hier können Sie den Prozess sehr einfach beobachten: Eine Hündin ist dann geschlechtsreif, wenn sie das erste Mal läufig ist. Die Läufigkeit erkennt man vor allem an der Blutung, die jedoch meist sehr gering ausfällt. Aber nicht immer blutet die Hündin! In seltenen Fällen, die aber durchaus vorkommen, zeigt sie nur durch häufiges Urinieren und Lecken am Genital an, dass sie läufig ist. Oft hat sie in dieser Zeit auch großes Interesse an Rüden. Außerdem werden Rüden „magisch“ von Ihrer Hündin angezogen. Sollten Sie das Gefühl haben, dass dies der Fall ist, sollten Sie Ihre Hündin nicht mehr unbeaufsichtigt mit einem unkastrierten Rüden lassen, wenn Sie keinen Nachwuchs wünschen.

Die Läufigkeitsintervalle der Labradorhündin

Ist Ihr Labrador eine Hündin, beginnt mit der ersten Läufigkeit ein regelmäßiger Zyklus. Normalerweise wird eine Hündin zwei Mal pro Jahr läufig, wobei die Abstände dazwischen sechs bis sieben Monate betragen. Es gibt hier jedoch auch Abweichungen, denn bei jedem individuellen Tier ergibt sich ein ganz eigener Rhythmus.

Als Faustregel gilt jedoch: Wird Ihre Hündin innerhalb eines Jahres drei- oder viermal läufig, sollten Sie mit ihr lieber einen Tierarzt aufsuchen. Denn in solchen Fällen ist oft die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigt, was Entzündungen nach sich ziehen kann. Sind die Intervalle Ihrer Hündin größer (sie wird also z. B. nur ein Mal im Jahr läufig), muss man sich wiederum nur selten Sorgen machen. Dann liegt nur ganz selten eine Krankheit zugrunde.

Geschlechtsreife und Zuchtreife?

Nicht verwechseln darf man übrigens die Geschlechtsreife mit der Zuchtreife. Ist ein Hund geschlechtsreif, ist er rein körperlich in der Lage, Nachwuchs zu zeugen bzw. zu bekommen. Aber ähnlich wie bei Kindern in der Pubertät heißt das nicht, dass es dann auch bereits gesund für den Hund wäre!

Die Zuchtreife beschreibt daher den Zeitpunkt, zu dem der Vierbeiner so weit entwickelt ist, dass er für die Zucht einsatzbereit ist. Gerade für Hündinnen ist das sehr wichtig. Denn eine Hündin muss ausgewachsen und gesund sein, um die Belastung einer Trächtigkeit gut überstehen zu können. Der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) schreibt beispielsweise ein Alter von 12 bis 24 Monaten (je nach Rasse und Gesundheitszustand) vor, um zur Zucht zugelassen zu werden.

 

Hilfe, mein Labrador Welpe ist in der Pubertät!

Ihr Labrador Welpe ist sicher gerade noch unglaublich süß und niedlich. Doch wir können es Ihnen mit Gewissheit sagen: Quasi „über Nacht“ wird aus dem kleinen Fellknäuel ein halbstarker „Rowdy“ werden – nämlich dann, wenn die Pubertät, also die beginnende Geschlechtsreife, einsetzt. Und wie bei Menschenkindern ist es dann für die „Eltern“ (beim Welpen also Sie als Besitzer) nicht immer einfach mit dem kleinen Racker.

Viele junge Hunde in der Pubertät haben scheinbar ihren Namen und alle Kommandos vergessen. Sie hören nicht mehr, probieren selbstständig alle möglichen Sachen aus und sind einfach sehr anstrengend. Warum, fragt man sich dann als Besitzer, muss es diese Zeit überhaupt geben?

Labrador Pubertät im Welpenalter
Die Antwort: Die Natur hat die Pubertät aus einem wichtigen Grund eingerichtet. Denn in ihr prüft der junge Hund alles um ihn herum darauf, wie tauglich es für seine Lebensumstände ist (nach dem Motto: „Brauche ich das wirklich?“). Das bereitet das junge Tier auf zwei mögliche Szenarien vor: Entweder es bleibt in seiner bisherigen Gruppe (also bei Ihnen und Ihrer Familie) oder es wandert ab und gründet sein eigenes Rudel. Das ist bei wilden Tieren ganz normal. Deswegen ist es wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, dass der Hund nichts für sein Verhalten kann. Er ist quasi „Opfer“ der Natur. Einen Hund in der Pubertät für seinen Mangel an Disziplin zu strafen, führt also zu nichts!

Im kleinen Hundegehirn laufen in dieser Zeit so unglaublich viele wichtige Prozesse ab, dass es den Rahmen sprengen würde, sie hier alle zu erklären. Wir empfehlen Ihnen aber sehr, sich damit auseinanderzusetzen. Das schafft eine gute und verständnisvolle Basis für die Zeit, in der auch Ihr Labrador Welpe in die Pubertät kommt!

Die wichtigsten Tipps für diese anstrengende Zeit haben wir Ihnen aber im Folgenden zusammengefasst. Wenn man sich daran hält, überstehen Hund und Mensch die Pubertät gemeinsam mit Erfolg – und das schweißt ein Leben lang zusammen.

  • Bisher erarbeitete Regeln erneut aufstellen und einfordern.
  • Wird der Hund bei bestimmten Reizen oder Situationen, die vorher „okay“ für ihn waren, unsicher, sollte man sie ihm erneut beibringen.
  • In Situationen, die dem Hund Angst machen, muss man ihm soziale Unterstützung geben.
  • Sie müssen auch territorial die Verantwortung übernehmen. Das heißt, wo potentielle „Gefahren“ für den Hund (aus seiner Sicht) lauern könnten, gehen Sie als Halter voraus und vermitteln ihm Sicherheit.
  • Den zuverlässigen Rückruf üben (mit motivierenden Belohnungen).
  • Der Hund sollte in dieser Zeit draußen lieber an einer langen Leine bleiben.
  • Bei manchen Hunden ist es sinnvoll, die Grundkommandos (Sitz, Platz, Bleib usw.) erneut zu festigen.
  • Gemeinsame Aktivitäten fördern das Wohlbefinden! Je nachdem, was Ihr Labrador Welpe am liebsten mag, sollten Sie diese Beschäftigung häufig durchführen – und wenn es „nur“ das Kuscheln abends auf dem Sofa ist.
  • Vielen jungen Hunden tut es gut, in der Pubertät mit älteren Artgenossen zusammenzusein. Viele nervöse Junghunde auf einem Haufen können eine „explosive“ Mischung sein, sodass sich die Tiere gegenseitig immer nervöser machen.

Das Wichtigste beim Labrador Welpe sind also Geduld und Verständnis, auch wenn uns das in vielen Situationen, in denen unser Hund nicht so reagiert, wie wir das möchten, schwer fallen mag. Sich auf der Pubertät des Labbis „ausruhen“ sollte man aber auch nicht: Liebevolles, aber konsequentes Training geben ihm Sicherheit und stärken die Bindung zwischen Hund und Mensch. Im Zweifel kann man sich Rat bei gewaltfreien Hundeschulen und Hundetrainern suchen.

 

Meinen Labrador kastrieren – ja oder nein?

Irgendwann stellt sich jeder Hundebesitzer, ob er seinen „intakten“ Rüden oder seine „intakte“ Hündin (so nennt man unkastrierte Hunde) kastrieren lassen sollte. Sicherlich gibt es einige gute Gründe dafür, seinen Labrador kastrieren zu lassen, doch leider gibt es auch noch immer Halbwahrheiten und Gerüchte um die Kastration! Das hat dazu geführt, dass viele Hunde „grundlos“ kastriert wurden und sich die Besitzer danach geärgert haben, dass zum Beispiel die Aggression ihres Vierbeiners, die man angeblich mit der Kastration einfach „wegschneiden“ könne, noch vorhanden ist. Deswegen klären wir Sie im Folgenden darüber auf, wann eine Kastration notwendig ist, wann sie noch Vorteile bringt – und welche angeblichen Verbesserungen nach der OP Humbug sind.

Die medizinisch notwendige Kastration

Nicht selten gibt es Hunde, die aufgrund einer Erkrankung kastriert werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Tumorerkrankungen wie Hodenkrebs beim Hüden und Gebärmutterkrebs oder Zysten in der Gebärmutter bei der Hündin. Zudem gibt es Krankheiten wie einen Perianaltumor oder eine Perinealhernie bei Rüden, die zwar den Darm betreffen, aber ebenfalls durch eine Kastration behandelt werden können. Denn diese Krankheiten treten oft erneut auf, nachdem man sie behandelt hat, der Hund aber nicht kastriert wurde. Daher sollte man bei der OP eines Perianaltumors oder der Perinealhernie direkt eine Kastration durchführen lassen.

Dazu kommt, dass es hormonelle Störungen gibt, die eine Kastration notwendig machen. Beispielsweise sind Hündinnen manchmal so oft oder so schwer scheinträchtig, dass sich die Gebärmutter entzündet. Dann ist eine Kastration besser für das Tier – auch weil eine Scheinträchtigkeit oft großen psychischen Stress für die Hündin bedeutet.

Bei Rüden gibt es einen weiteren Grund: Wenn ein Hoden nicht im Hodensack liegt (Kryptorchismus), sondern z. B. im Bauchraum. Und bei Hündinnen kommen Entzündungen der Gebärmutter hinzu.

Kann eine Kastration Krankheiten beim Labrador vorbeugen?

Häufig hört man das Argument, dass die Kastration vielen Erkrankungen vorbeugen würde. Das ist aber nach neuesten Erkenntnissen nicht der Fall! Natürlich hat ein kastrierter Rüde kein Risiko mehr für Hodenkrebs und eine kastrierte Hündin keins mehr für Gebärmutterkrebs. Schließlich wurden diese Organe bei der OP entfernt. Doch nach neuesten Studien ist es eher so, dass eine Kastration zum Beispiel das Risiko für Krebserkrankungen in den Gelenken und Knochen erhöht! Diese Gefahr haben inzwischen auch viele Tierärzte erkannt.

 

Kastrierte Tiere neigen eher zu Übergewicht als unkastrierte. Da unsere geliebten Labbis leider ohnehin gern fressen und schnell zu dick werden, haben sie ein besonders hohes Risiko für Übergewicht nach einer Kastration. Übergewicht wiederum führt zu weiteren Krankheiten: Etwa zu Kreuzbandrissen, Gelenkserkrankungen und Bandscheibenvorfällen.

Außerdem haben Hündinnen nach einer Kastration häufig das Problem der Inkontinenz. Besonders wenn sie älter werden, kann es sein, dass sie unkontrolliert Urin verlieren.

Dass eine Kastration Krankheiten vorbeugt, ist also leider nicht wahr. Aus einem solchen Grund sollte man seinen Labrador also lieber nicht kastrieren lassen, wenn er ansonsten gesund und munter ist.

Andere Gründe für eine Kastration beim Labrador

Hundehalter mit einem „Mehrhundehaushalt“ müssen in der Läufigkeit der Hündin extrem aufpassen, dass kein „Unfall“ geschieht und die Hündin dann trächtig wird. Aber gerade wenn alle Familienmitglieder Vollzeit arbeiten gehen und/oder die Wohnung zu klein ist, um die Hunde während der Läufigkeit zu trennen, wird das schwierig. In solchen Fällen lässt man oft einen der Hunde kastrieren, meist die Hündin.

Ein ruhiger Labbi dank Kastration – stimmt das?

Besonders bei Rüden hört man häufig noch das Argument, dass man Aggressionen gegenüber anderen Rüden, Unarten wie „Rammeln“ oder Markieren, extremes Interesse an Hündinnen und Ungehorsam durch eine Kastration beenden könnte. Das ist leider nicht der Fall! Zwar ändert eine Kastration den Hormonhaushalt des Hundes, aber zum Verhalten gehört viel mehr als das. Zum einen natürlich der Charakter des Hundes, der immer individuell ist. Zum anderen natürlich auch die Rasse (unsere Labbis sind zum Glück eher selten aggressiv). Und ganz wichtig sind die Erziehung, die Bindung zum Besitzer und die bereits gemachten Erfahrungen! Ein schlecht erzogener Rüde, der bereits von einem anderen Rüden attackiert wurde, wird nicht plötzlich nach der Kastration lieb und sanft zu anderen Rüden sein. Und ein unerzogener Labbi, dem man nie das „Rammeln“ konsequent verboten hat, hört damit leider auch nach der Kastration nicht einfach auf. Hier ist gutes Training viel wichtiger als eine OP, die bei gesunden Hunden nicht notwendig ist.

Für Hündinnen gilt übrigens das Gleiche. Zusätzlich ist es sogar eher so, dass eine kastrierte Hündin wegen des fehlenden Östrogens eher „ruppiger“ sein wird als vor dem Eingriff. Auch hier gilt also: Wenn die Kastration nicht aus einem wichtigen Grund erfolgt, sondern das Verhalten des Tieres ändern soll, sollte man lieber erst eine Hundeschule aufsuchen.

Für weitere Informationen, Vor- und Nachteile einer Kastration sollten Sie sich unbedingt von Ihrem Tierarzt beraten lassen. Dieser kennt Sie und Ihren Labrador am besten und wird gemeinsam mit Ihnen die richtige Entscheidung treffen!

Die chemische Kastration beim Labrador als Alternative?

Die chemische Kastration geschieht über ein Medikament. Dieses wird gespritzt oder mit einem Chip, der wie ein Kennzeichnungs-Chip zur Registrierung des Hundes aussieht, unter die Haut implantiert. Deswegen spricht man hier auch oft von einem Kastrationschip. Chemische Kastration und Kastrationschip bzw. Chip-Kastration bedeutet also das gleiche.

Dieser „Verhütungschip“ enthält körpereigene Wirkstoffe. Je nachdem, ob es für eine Labrador Hündin oder einen Rüden ist, unterbinden diese Wirkstoffe die Produktion von Östrogen oder Testosteron und machen das Tier damit nach einigen Wochen unfruchtbar. Denn so wird die Bildung von Ei- oder Samenzellen gestoppt. Nach meist einem halben Jahr ist der Wirkstoff aufgebraucht und die Tiere sind wieder fruchtbar.

Vorteile der chemischen Kastration

Die Vorteile dieser Methode sind, dass man den Hund eben nicht komplett kastriert. Somit fällt die große Operation unter Vollnarkose, die ja ein Risiko an sich darstellt, weg. Daher wird diese Methode gern angewendet, wenn man mehrere Hunde hält und sie während der Läufigkeit der Hündin nicht trennen kann. Zudem kann man quasi „testen“, ob die chemische Kastration zum Beispiel unerwünschtes Verhalten oder Scheinträchtigkeiten bei Hündinnen unterbindet. Wenn das der Fall ist, kann man den Hund nach der „Testphase“ noch komplett kastrieren lassen. Bringt die chemische Kastration aber in diesem Fall nichts, weiß man, dass auch die operative Kastration nichts bringen würde und kann sich also dagegen entscheiden. Hätte man den Hund direkt kastriert, wäre das nicht mehr rückgängig zu machen – mit der chemischen Kastration aber schon! Auch mögliche Nebenwirkungen einer Kastration kann man so im begrenzten Zeitraum testen, z. B. Inkontinenz.

Es gibt auch hormonelle Krankheiten, die man so testweise behandeln kann. Zum Beispiel gibt es Rüden, die unter Entzündungen an den Genitalien leiden, die durch einen gestörten Hormonhaushalt ausgelöst werden. Kastriert man sie erst chemisch, kann man schauen, ob die Entzündungen aufhören. Verfliegt die Wirkung des Medikaments und die Entzündungen treten wieder auf, sollte man den Hund komplett kastrieren lassen, um ihm die Schmerzen der Erkrankung zu ersparen.

Nachteile und Risiken …

Wie bei der  endgültigen Kastration durch die OP kommt es bei der chemischen Kastration zu einer Zunahme des Hungergefühls bei gleichzeitig verringertem Kalorienbedarf. Chemisch kastrierte Hunde werden also auch schneller übergewichtig! Zudem ist das Präparat noch nicht so lange im Umlauf, dass es eindeutige Aussagen zu den Langzeitwirkungen und möglichen Spätfolgen gibt. Es könnte sich also beispielsweise herausstellen, dass das Präparat genau wie die operative Kastration die Entstehung von Krebstumoren fördert.

Dazu kommt, dass die chemische Kastration bei beiden Geschlechtern wirklich nur übergangsweise genutzt werden sollte. Es ist nicht ratsam, jahrelang immer wieder einen neuen Chip einsetzen zu lassen. Dann sollte nach reichlichem Abwägen von allen Argumenten  lieber die vollständige Kastration durchgeführt werden. Hier sollten Sie natürlich auch immer mit Ihrem Tierarzt absprechen, was er für das Beste für Ihren Labrador hält.

… beim Labrador Rüden

Die chemische Kastration wird beim Rüden vor allem vorgenommen, um unerwünschte Verhaltensweisen zu reduzieren. Meist geht es dabei um Probleme wie Aufreiten, ständiges Markieren und Schnüffeln und Aggression gegenüber anderen Rüden. Aber die genauen Auswirkungen des Chips sind von Hund zu Hund unterschiedlich, da jedes Tier individuell ist. Somit ist also nicht gewährleistet, dass sich die Verhaltensprobleme durch die chemische Kastration beim Rüden bessern. Gerade Aggressionen gegenüber Artgenossen können auch mit einem starken territorialen Bewusstsein des Hundes zusammenhängen; er möchte also vor allem sein Revier verteidigen. Dieses Problem bekommt man nicht durch ein Implantat oder eine Spritze in den Griff! Hier kommt es natürlich auch auf die Rasse an: Terrotoriale Hunderassen wie Kangals beispielsweise werden auch mit einer Kastration nicht aufhören, ihr Revier zu bewachen. Bei unseren Labbis, die keine Wachhunde sind, könnte das schon eher der Fall sein.

… bei der Labrador Hündin

Bei Hündinnen kommt noch etwas anderes dazu: Die hormonelle Unterdrückung der Läufigkeit ist nicht frei von Risiken. Denn die Zulassung des Suprelorin-Implantats, das für Hündinnen genutzt wird, nennt als Ziel die „Erzielung einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit bei gesunden, nicht kastrierten, geschlechtsreifen Rüden“. Für Hündinnen ist dieses Implantat also ursprünglich nicht vorgesehen und kann somit ungeahnte Folgen haben!

Und auch bei der Spritze lauern Risiken für Ihre Labrador Hündin. Die erste Hormonspritze kann nur zum Zeitpunkt der absoluten Sexualruhe gegeben werden. Das heißt, sie muss frühestens drei Monate nach der letzten Läufigkeit und spätestens einen Monat vor der folgenden Läufigkeit erfolgen. Dazu ümüssen Sie als Hundehalter vorher ermitteln, wie viel Zeit zwischen den letzten beiden Läufigkeiten Ihrer Hündin lag. Auch die Dauer ist dabei entscheidend. Hält man sich nicht an diese Zeiten, kann die Hormonspritze schwere Erkrankungen auslösen. Daher sollte man sich vorher genau überlegen, ob man sie wirklich anwenden möchte. Dadurch ist auch klar, dass man sie nicht spontan beim nächsten Tierarztbesuch beginnen kann, sondern sich gut vorbereiten und die Behandlung planen muss.

Aber auch beim korrekten Spritzen sind heftige Nebenwirkungen wie Krankheiten möglich. Zudem bietet das Präparat keine 100-prozentige Garantie: Trotz der Anwendung kann es zu sogenannten „Läufigkeitsdurchbrüchen“ kommen. Gerade wenn die Hündin häufig engen Kontakt mit einem oder mehreren Rüden hat, ist das oft der Fall. Bei diesen Vierbeinern muss man eventuell den Abstand zwischen den Spritzen verringern.

Unser Fazit

Generell gilt: Sie sollten die Kastration, egal ob operativ oder chemisch, mit Ihrem Tierarzt besprechen. Kein Ratgeber kann den Besuch beim realen Tierarzt ersetzen.

Dennoch finden wir, dass die chemische Kastration Ihres Labradors nur in gewissen Fällen, z. B. als „Test“ bei hormonbedingten Erkrankungen, angewendet werden sollte. Die Risiken sind einfach zu hoch, um sie einem gesunden Hund zuzumuten, nur weil man z. B. hofft, dass er dadurch ruhiger wird. Dann sollte man lieber eine Hundeschule besuchen.

Das gleiche gilt auch für die operative Kastration. Gibt es gute Gründe wie Erkrankungen, sollte sie natürlich erfolgen. Aber nur aus „Bequemlichkeit“ von uns Menschen sollten wir unsere Tiere keiner riskanten OP unterziehen, die nicht sein muss.

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